Al Gore, der ehemalige US-Vizepräsident präsentiert uns die Wahrheit über die globale Erwärmung.
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Kritik
Wir kennen das aus der Schule: Da gibt es diesen Lehrer, der uns den blödesten Stoff in kürzester Zeit beibringt, weil er es schafft, uns in seinen Bann zu ziehen. Und dann gibt es den anderen, der uns nicht einmal dazu bringt, die einfachsten Dinge zu tun, weil seine ganze Person einfach nicht dazu geeignet ist, Wissen interessant zu vermitteln. Al Gore, von dem immer gesagt wurde, er wäre ein Langweiler, gehört leider zur zweiten Gattung.
Nicht, dass dieser Mann nicht sympathisch wäre. Und auch die Message ist nicht das Problem. Gore spricht die Probleme auf dieser Welt klar an und verdeutlicht anhand von Tabellen ganz eindeutig, wohin der Hase laufen wird. Und doch ertappt man sich dann und wann dabei, sich vorzustellen, was ein Populist wie Michael Moore aus dem Thema gemacht hätte. Er hätte die Lobbys der Erdöl- und Autofirmen gestürmt und Antworten verlangt. Er hätte sie mit ihren eigenen Waffen bekämpft. Al Gore ist nicht so. Er ist ein Gentleman. Das zieht bei Menschen, die Gentlemen mögen. Die anderen jedoch wollen vordergründig im Kino unterhalten werden. Sie wollen einen schmutzigen Film zu einem schmutzigen Thema. Davis Guggenheim hat diesen Film nicht gemacht.
Vielmehr ist Eine unbequeme Wahrheit ein abgefilmter Vortrag mit ein paar Filmaufnahmen von Natur und Al Gore. Das ist auf die Dauer von 90 Minuten zu wenig, um unentschlossene Zuseher auf die Seite der Umweltschützer zu ziehen. Und das ist es ja, was Gore will. Er möchte sein Anliegen einem breiten Publikum näher bringen. Aber leider trifft auf diesen Film ein Spruch zu, der unbequemer nicht sein könnte: Das Gegenteil von „gut“ ist „gut gemeint“.
Trotzdem sollte man sich ins Kino begeben, um Eine unbequeme Wahrheit zu sehen, denn der gute Wille hinter dem Projekt sollte respektiert werden. Was Gore hier nämlich zeigt, ist beängstigend und interessant zugleich. Eigentlich der ideale Film für Lehrer, die ihre Schulklassen wieder einmal ausführen wollen.