Die englischen Rucksacktouristinnen Liz und Christy brechen mit ihrer australischen Zufallsbekanntschaft Ben ins Outback auf, um die Weite und Endlosigkeit des Fünften Kontinents zu erleben. Zwischenziel ist Wolf Creek, ein Meteoritenkrater mitten im Nirgendwo. Ihre eigens für den Trip angeschaffte Schrotkarre gibt den Geist auf, die drei richten sich auf eine ungemütliche Nacht ein. Aus dem Nichts taucht Mick Taylor auf, ein klassischer „Handyman“, der anbietet, sie mitzunehmen und ihr Auto zu reparieren.
Noch in der Nacht stellt sich heraus, dass der Hinterwäldler es nicht gut mit ihnen meint. Allein, gefesselt und misshandelt finden sie sich wieder, ausgeliefert einem Psychopathen mitten im Nichts.
Quentin Tarantino sagte kürzlich über
Wolf Creek, er hielte ihn für eines der besten 25 Werke seines Genres. Der Ritterschlag des Meisters ist nicht ganz unangebracht, immerhin bietet Regisseur
Greg McLean 99 Minuten Spannung der härteren Sorte ohne Ironie und Umschweife, allerdings mit ausschweifenden Gewalt- und Folterszenarien.
Lobenswert ist zunächst, dass sich
Wolf Creek nicht sofort in Blut und Grauen stürzt, ohne auf sinnvolle Handlungsstränge zu achten.
Greg McLean nimmt sich fast eine Stunde Zeit, um seine Charaktere vorzustellen und eine Idylle à la „Lonely Planet“ zu schaffen. Angesichts der wunderschönen Landschaftsbilder und der harmonischen, ausgelassenen Stimmung unter den drei Twentysomethings packt einen fast selbst das Fernweh. Sogar für eine zarte, unschuldige Kussszene zwischen Liz (
Cassandra McGrath) und Ben (
Nathan Phillips) ist Zeit. Doch dann folgt der Umschwung von lichtdurchfluteten Ebenen hinein in die finstere Enge des Autofriedhofs, in die Mick Taylor (
John Jarratt) die Touristen verschleppt. Hier kommen die hektischen Handkamerabilder zum Tragen, die deutlich an
Blair Witch Project erinnern.
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Zwar kommen die Qualen von Liz und Christy und ihr beherzter, aber letztendlich sinnloser Fluchtversuch mit ordentlicher Spannung daher; Letztendlich ist aber vorhersehbar, wann der irre Aussie mit dem Flanellhemd wieder zuschlägt. Wesentlich weniger Zeit als den Mädchen widmet
McLean dem Schicksal von Ben, der sich als einziger aus Fesseln und Drähten befreien kann und schwer verletzt in die Wüste flüchtet. Er wird gefunden und gerettet. Im Abspann vollzieht sich dann das wirklich perfide Ende von
Wolf Creek: Während Ben als einziger Augenzeuge plötzlich tatverdächtig wird, kann Taylor, der dutzende Outback – Touristen um die Ecke gebracht hat, nicht gefasst werden.
Was der eher unbekannte australische Regisseur
Greg McLean mit seinen ebenso unbekannten, aber durchwegs solide agierenden Schauspielern zusammenbringt, kann man durchaus aus Achtungserfolg gelten lassen, zumal mit sehr geringem Budget gearbeitet wurde. Das Horrorgenre wurde aber ebenso wenig neu erfunden als dass
Wolf Creek sein Potential wirklich ausgeschöpft hätte. Das aber, was hier in eineinhalb Stunden zu sehen ist, reicht erstmal bis unter die Haut.