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Penélope putzt
Spanischer Genuss: Kurvige Frauen, gutes Essen, schöne Bilder und eine sehr komplizierte Story. Pedro Almodovar kehrt zu seinen Wurzeln in die windige Mancha zurück und erzählt diesmal eine Geistergeschichte vom Tod und seinen Begleiterscheinungen.


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Geschwelgt hat Magdalena Miedl

Mädels in Madrid: Raimunda (Penelope Cruz) hat mit ihren drei Jobs, der pubertierenden Tochter und dem arbeitslosen Mann alle Hände voll zu tun – da passt eine Leiche gar nicht in die Küche. Raimundas Schwester Sole (Lola Duenas) verdient mit ihrem illegalen Frisiersalon ganz gut, doch der plötzlich aufgetauchte Geist ihrer verstorbenen Mutter irritiert sie sehr. Klar, dass ein ungelöstes Familiengeheimnis der Grund für die Verwicklungen sein muss.

Kritik
Für seine Story, die kaum schwieriger nachzuerzählen sein könnte, bekam Regisseur Pedro Almodovar in Cannes eine goldene Palme, ebenso wie das grandiose Schauspielerinnen-Ensemble von Volver. Kein Wunder: Was diesen Film von anderen Almodovar-Filmen unterscheidet, ist die diesmal ganz ausschließliche Konzentration auf weibliche Charaktere. Und diesmal passiert die Action im off: Wir sehen das Resultat von Mord und Gewalt, wir erahnen Missbrauch und Lieblosigkeit dahinter. Wir bekommen die Geschichten erzählt, doch wir sehen nur ihre Reflexionen in Gesichtern und Handlungen.

Und Almodovar lässt seine Protagonistinnen so handeln, wie es Frauen klischeegemäß am besten können: Sie reden, diskutieren, trösten, erklären, mutmaßen und putzen, kochen, frisieren, waschen ab. Raimunda ist ganz Frau, mit Turmfrisur und Lidstrich, beim Einkauf von Tomaten fürs Abendessen genauso wie wenn sie zur Leichenbeseitigung Spaten und Spitzhacke ersteht. Der Regisseur schwelgt in Überzeichnung der Figur mit schwellendem Hintern und spektakulärem Dekolletee. Genauso schwelgt er aber in den detaillierten Interieurs, in gefühlvollen Frauenaugen wie im prototypisch biersaufend-lüsternen Fernsehjunkie-Ehemann.

Schon richtig, mit (gut gesetzten) Pointen und greller Übertreibung ist Volver einer der leichtfüßigeren Filme Almodovars. Vom Grundkonflikt ist er aber gar nicht so weit entfernt von seinem Vorgänger La Mala Educacion.

Der Blick des Regisseurs fürs Detail macht auch wiederholtes Ansehen des Films zum Genuss: Raimunda beim Abwasch, von oben filmt Kameramann José Luis Alcaine in ihren Ausschnitt: Farblich aufeinander abgestimmt die goldene Haut mit dem dunklen Pullover, das graue Abwaschwasser, die hellen Teller, der grellviolette Putzfetzen.

„Brunzlangweilig“ nannte ein Kollege den Film. Vielleicht ist Volver ja auch ein Mädchenfilm. In diesem Fall sollte das aber als Auszeichnung gelten dürfen. Vielleicht ist er auch ein Kontrapunkt zu La mala educacion, wo die, die nach Frau aussahen, zumindest biologisch alles andere als das waren. Bei Volver geht alles ganz straight zu, doch nicht ohne Abgründe. Die Moral der Geschichte lässt tief blicken: Eine Frau ohne ihre Mutter ist verloren.