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Doktor Doolittles Märchenstunde
© 2006 Twentieth Century FoxViele sprechende, singende und tanzende Tiere und wenige Menschen beherrschen das Geschehen im neuen Film um den lasagne-fressenden Kater Garfield, der auch in seinen neuen Abenteuern – trotz gelungener englischer Vertonung – nicht über die Ansprüche eines Kinderfilms hinauskommt.



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Garfields Herrchen Jon (Breckin Meyer) reist nach London, gefolgt von Garfield und Odie, die ihm als blinde Passagiere Gesellschaft leisten. Währenddessen versucht der hinterhältige Lord Dargis (Billy Conolly) auf Carlyle Castle, irgendwo in good old England, den Alleinerben Prince XII., Kater der verstorbenen Schlossbesitzerin, loszuwerden und wirft ihn kurzerhand in einen Fluss, der ihn direkt nach London spült. Da beginnt dann die Verwechslung: Garfield wird für dessen königlichen Doppelgänger gehalten und vom besorgten Diener wieder zum Schloss gebracht. Dort verbündet er sich mit der tierischen Gefolgschaft, um die illegalen Herrschaftspläne des bösen Lords zu durchkreuzen…

Kritik

Die Ideen sind gleich geblieben, aber die sprechenden Tiere sind mehr geworden. Das ist der erste Eindruck, der den Zuseher bei diesem Film zwangsläufig überkommt. Der Kreis der Helden und ihr Einsatzort ist bei der Fortsetzung merklich ausgeweitet worden, was zur Folge hat, dass der berühmte faule Kater Garfield nicht nur die eigenen vier Wände, sondern sogar den Kontinent verlässt. Das wäre zu Zeiten des Comics noch undenkbar gewesen, aber schließlich ist der heimische Handlungsraum in der ersten Verfilmung ja schon zur Genüge ausgenutzt worden.

Also geht’s auf nach London, wo Garfield mit seinem königlichen Doppelgänger verwechselt wird und gegen den bösen, tierfeindlichen Lord Dargis in den Thronfolgekrieg zieht. Keine wesentliche Innovation also zu Teil eins, bei dem ebenfalls gegen die grausame Menschheit gekämpft werden muss – nur gibt es diesmal gleich eine ganze Schar von Tieren, die auf ihre Rettung hoffen. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Dr. Doolittle lässt sich nicht leugnen, wenn der tierische Anteil der höfischen Belegschaft zum Kampf gegen das Böse ansetzt und den Feind durch perfektes Teamwork besiegt. Aber zumindest die Zielgruppe des Films – offensichtlich Kinder im Volkschulalter – wird damit ihren Spaß haben, auch wenn die Witze und Pointen vielleicht manchmal etwas weit hergeholt scheinen und in ihrer Naivität nicht immer komisch sind.

Was das handlungstechnische Manko jedoch wieder wettmacht, ist die gelungene Auswahl der Synchronsprecher, die, zumindest in der englischen Version, wieder äußerst treffend ist. Kater Garfield wird wie auch schon im ersten Teil von Bill Murray vertont, der dem etwas mürrischen und übergewichtigen Kater das richtige Maß an Selbstironie verpasst. Besonders hervorzuheben ist aber Tim Curry, der die Rolle von Garfields Doppelgänger Prince XII. mit gekonnt britisch–versnobtem Akzent spricht und damit mehr als einmal die Lacher auf seiner Seite hat.

Ansonsten findet man in dieser Geschichte alles, was man auch von einem Märchen (das es ja irgendwie auch ist) erwarten kann, angefangen von dem animierten Märchenbuch im Vorspann bis hin zum Happy End, bei dem alle glücklich vereint im königlichen Swimmingpool faulenzen. Auch wenn sich in der zweiten Hälfte des Films einige Längen abzeichnen, so hat die klischeehafte, aber durchaus amüsante Figurenzeichnung doch unweigerlich Unterhaltungswert. Die Trennung in Gut und Schlau gegen Böse und Dumm bietet zwar an sich nicht viel Neues – dennoch ist es den Autoren gelungen, den Charakteren spezielle Eigenheiten beizuordnen. Dem gefräßigen Kater Garfield, der auch in der Fortsetzung wieder seine Entertainer-Fähigkeiten unter Beweis stellen kann, stehen diesmal sein etwas überheblicher Doppelgänger, ein intriganter Papagei und ein leicht konditionierbarer Wachhund zur Seite. Außerdem wird mit Hilfe von überzeichneten Akzenten und Verhaltensmustern immer wieder betont, wie unterschiedlich doch Briten und Amerikaner sind. Verbunden mit der leicht verdaulichen Handlung ergibt sich daraus ein zwar ziemlich anspruchsloser, aber doch streckenweise unterhaltsamer Kinderfilm, der beweist, dass Fortsetzungen nicht zwangsweise schlechter sein müssen als ihre Vorgänger.


Zitat

Jon: "Now you have food, water and company."
Garfield, zeigt auf Odie: "Which one is he?"

Garfield zu Odie, der sich neben einem englischen Wachmann erleichtert: "Odie, don’t do that ugly American thing!"

Lord Dargis: "There is more than one way to skin a royal cat."

Lord Dargis zu Jon: "Your lunatic dog just bit my bottom."

Offizielle Website zu Garfield 2:
www.garfieldmovie.com