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Alles, was weh tut
Grenzenlose Freud’ an Verstümmelungen und orgiastischem Wettkotzen: Edmondson und Mayall peinigen sich in ihrer brachialen britannischen Lachmuskelattacke um die Wette.


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Bratpfannen-Beobachtungen von Thomas Taborsky

Kritik
Sicher nicht an den Klippen von Dover, sondern an einer anderen hässlichen, regenverhangenen Klippe gleich neben einem Atomkraftwerk steht das Guest House Paradiso; Nicht einmal das Prädikat Schandfleck verdient die Pension. Geführt wird sie vom zutiefst perversen Manager Mr. Twat (Rik Mayall) und seinem unterbelichteten Kompagnon Eddie Elizabeth Ndingombaba (Adrian Edmondson), die sowohl die paar Gäste, die sich hierher verirrt haben, als auch sich gegenseitig nach Strich und Faden betrügen und beklauen. Eines Tages steht trotzdem die göttliche Gina Carbonara (Helene Mahieu) vor der Tür. Weil sie auf der Flucht vor ihrem Verlobten Gino Bolognese (Vincent Cassel) ist, will sie hier, wo garantiert niemand sie suchen wird, einquartiert werden. Und weil gerade ein vorbeifahrender Laster welche verloren hat, gibt es heute Abend Fisch...

Mit Fawlty Towers hat es wenig zu tun, was Edmondson und Mayall, ein auf der britischen Insel berühmtes Brachial-Comedy-Duo, in ihrer Horrorpension aufführen. Unter Vernachlässigung jeglichen Niveaus legen sie Gag-Dauerfeuer auf alles, was sich bewegt – und treffen sogar meist. Da wird die englische Doppelmoral samt feuerroter Noppenreizwäsche fröhlich in den Ofen gesteckt und in die Luft gejagt, aufeinander bis zur Bewusstlosigkeit - und weiter – eingedroschen, jegliche andere Möglichkeit ersonnen, sich peinigenden Schmerz zuzufügen und alles wörtlich genommen, um ja missverstanden zu werden. Sogar Kaliber wie Bill Nighy sind sich dabei nicht zu schade, in die tumultösen Ereignisse hinein verstrickt zu werden. Vincent Cassel macht sich mit Guest House Paradiso überhaupt zur Legende, als er eine Kotzkugel gebiert, während Aufputz Helene Mahieu wiederum hier ihre Filmkarriere beginnt und beendet – beides auf Knien; ganz anders Simon Pegg und Kate Ashfield, die später mit Shaun of the Dead selbst Großes leisten sollten, ebenso Sophia Myles (Tristan & Isolde), die kurz und blutjung im Marilyn-Kleid Phantasien schürt.
Filme wie dieser lassen einem jedenfalls nur ganz wenige Optionen: vorab verweigern, mitreihern bei so viel Ungustiösem oder unkontrolliert krümmen vor Lachen. Manchmal sogar beides.

Trivia - Geschichten und Gschichterln
Vincent Cassel darf sich rühmen, in gleich zwei Filmen mitgespielt zu haben, in denen mit einem Feuerlöscher auf Leute eingeschlagen wird: Guest House Paradiso und Irreversible.

Der Name des Hotelmanagers, Twat, ist im Englischen eine derbe Bezeichnung für die Vagina.

Zitat
Mr. Twat: "I trust you've slept well?"
Mr. Johnson: "Actually, we had a bit of a rough night."
Mr. Twat: "Ah, the perils of adultery!"

Mr. Twat: "As we always say at the Guest House Paradiso: Have fun, don't go in the water if you know what's good for you, and try not to get shit on the sheets."

Eddie: "Rich, are you alright?"
Mr. Twat (schmerzverzerrt): "Candle in the eye."
Eddie: "What?"
Mr. Twat: "Candle in the eye!"
Eddie: "All righto!" (steckt ihm eine brennende Kerze ins unversehrte Auge)