Waschbär RJ/Richie hat Riesenärger am Hals: Als er eine Schubkarre voll Leckereien vom Bären Vincent mopsen will, wird das Wägelchen samt Inhalt zerstört. Eine Woche bleibt ihm, um alles neu zu besorgen. Da trifft es sich gut, dass die bunt zusammengewürfelte Waldfamilie rund um die Schildkröte Verne gerade aus ihrem Winterschlaf aufwacht: Rund um sie wurde nämlich eine Menschensiedlung errichtet. Von dort lassen sich garantiert all die Sachen besorgen. Jetzt muss es Richie nur noch gelingen, die Tiere für seine Zwecke einzuspannen. Das wird allerdings schwierig, denn Verne juckt es immer im Schwanz, wenn er fühlt, dass etwas faul ist – und bei Richie juckt es ihn gewaltig.
Denken im Kino muss ähnlich gefährlich sein wie Alkohol am Steuer. Wie sonst ließe es sich erklären, dass die amerikanischen Macher von
Ab durch die Hecke verdutzt erklären, nur in Europa interpretiere man in ihren Film etwas hinein; Der sei doch rein zur Unterhaltung gedacht.
Haben Europäer weniger Spaß im Kino, oder haben die Hollywood-Studios keine Geschichten zu erzählen?
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Tatsächlich lohnt es sich nicht, im Heckenulk allzu tief zu graben; Das brächte nur Seltsames wie den Leitspruch des Films zutage, „Familie: Das ist das Tor zum guten Leben“ - so könnte auch die Mafia werben. Wie alle DreamWorks-Zeichentricks unterhält auch dieser am meisten, wenn man ihn einfach über sich sprudeln lässt: Finde die Tierchen süß, klopf dir beim Slapstick auf die Schenkel, lache über die Kulturverweise, die du verstehst, und verarbeite das Moralin, das mitträufelt, so gut wie möglich. Die Geschwindigkeit ist dabei so gewählt, dass es unmöglich ist, alles beim ersten Mal zu verarbeiten – und das Gefühl, etwas verpasst zu haben, drängt zum erneuten Anschauen. Auch die Zahl der Figuren ist gerade so hoch, dass sich jeder sein Lieblingstier aussuchen kann, je nachdem, ob man eben den flinken, aber unterbelichteten Hammy oder die resolute Stella lieber mag; Richtig satt sehen kann man sich an keiner.
Spürbar ist der Fortschritt in der Animation, der in manchen Momenten bereits so weit geht, dass etwa die Schildkröte Verne vollkommen plastisch, wie eine Puppe, die man angreifen könnte, wirkt. Diesen lebendigeren Figuren stehen die Schauspieler-Stimmen und ihre vor allem im Original unverkennbaren Typen bei: Da gibt zB ein
Bruce Willis den sanft tönenden Rattenfänger, während
Wanda Sykes auf straßenschlaues Stinktier from the hood macht. Die tollste Vorstellung liefert jedoch wieder einmal ein markenzeichenmäßig-theatralischer
William Shatner, der aus dem Kokettieren mit dem Sterben mittlerweile seine eigene Marktnische gezimmert hat. In diesem Fall ist das sogar doppelt lustig, weil
Ben Folds, mit dem Shatner sein Album
Has Been aufgenommen hat, auch hier die Songs beisteuerte – einer dieser Insider-Gags, die den Kindern gar nichts sagen, den Pop-Staubsaugern dafür umso mehr.
So zielt der Film auf Eltern, Windelträger, Omas und Trekkies; Hausbesitzer, Umweltschützer, Tonjünger und natürlich auch auf Fans von
Avril Lavigne – kurz gesagt alles, was bei Bewusstsein ist, in der Hoffnung, jeden mit dem Breitband-Frohsinn anzustecken. Dafür tut er alles, sogar Eichhörnchen frei schwebend durch die Windschutzscheibe eines Lastwagens winken lassen, der gerade in Zeitlupe kopfüber durch die Luft segelt. Weil
Ab durch die Hecke offensichtlich nicht mehr will, funktioniert das auch prächtig. Besser – und zum Klassiker – hätte der Film überhaupt nur noch werden können, wenn man ihm eine echte Geschichte spendiert hätte. Aber was solls: Da spricht ein Europäer.