Das Haus am See lebt von einem simplen Cocktail mit den Zutaten
Bullock,
Reeves und Romantik. Wenn man das Ganze schüttelt, kommt ein ziemlich gewöhnlicher Liebesfilm mit ganz guten Schauspielern und einem unübersehbaren Hang zum kitschig Verklärten heraus. Von dem in der Beschreibung so spannend klingenden Zeitreiseaspekt des Films sollte man sich nicht irritieren lassen. Die zweijährige Zeitdifferenz zwischen den Leben der beiden Protagonisten Kate und Alex ist ein sehr vernachlässigtes und wenig hinterfragtes Element der Erzählung. Dieselbe Geschichte würde ähnlich funktionieren, wenn man räumliche Distanz zwischen die beiden Liebenden setzt, den Zauberbriefkasten durch zwei räumlich getrennte ersetzt und den wundersamen Zeitreisehund, den beide besitzen, ganz weglässt. Hauptsache, sie haben Schwierigkeiten zusammenzukommen.
Das
Speed-Hochgeschwindigkeitstraumpaar hat diesmal Rollen gewählt, die es langsam angehen lassen, und zwar so langsam, dass es manchmal schon ziemlich langweilig wird, ihnen beim brieflichen Sich-Verlieben zuzusehen. Während Kate und Alex unaufhörlich vom Warten schreiben und reden und auch nicht viel anderes tun als warten, kann es schon vorkommen, dass man sich als Zuschauer einen guten alten Bus herbeiwünscht. Als ob der Regisseur
Alejandro Agresti diese Zuschauergebete erhören würde, lässt er tatsächlich an dramaturgisch wichtiger Stelle einen auftauchen und prompt ein Opfer fordern.
Was der Film am idyllischen Anfang und im nicht immer ganz den Gesetzen der Logik folgenden Mittelteil zu wenig an Tempo hat, versucht er in den letzten Minuten nachzuholen. Diese unpassende Hatz zu einem Finale, von dem sich die Geschichte eigentlich schon zu sehr entfernt hat, zerstört endgültig die ganze verträumte Atmosphäre mit einer märchenhaften Liebesgeschichte und netten Architekturaufnahmen, die
Das Haus am See zuvor so mühsam aufbauen will. Da helfen nicht einmal mehr
Bullock, Reeves und Romantik.