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Briefliebschaften am See
Keanu Reeves und Sandra Bullock sind wieder gemeinsam auf der Leinwand zu bewundern. Diesmal fahren sie nicht gemeinsam mit dem Bus, sondern wohnen im selben Haus. Allerdings nicht zur selben Zeit.


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2006 geschrieben von Christiane Kalss

Die Ärztin Kate Forster (Sandra Bullock) zieht im Jahr 2006 von einem Chicagoer Vorort, wo sie in einem schönen Haus am See wohnt, in die Stadt. Für ihren vermeintlichen Nachmieter hinterlässt sie eine Nachricht im Briefkasten. Der Architekt Alex Wyler (Keanu Reeves), dessen Vater das Haus einst entworfen und gebaut hat, findet den Brief. Allerdings 2004, also zwei Jahre bevor Kate ihn hinterlassen hat. Durch den Wurmloch-Zauberbriefkasten kommunizieren die beiden fortan und entdecken ihre Liebe zueinander. Sie beschließen einander in Kates Gegenwart und der Zukunft von Alex treffen zu wollen, doch die zeitliche Differenz zwischen ihnen macht dieses Unterfangen nicht gerade einfach.

Kritik
© 2006 Warner Bros. Ent.
Das Haus am See lebt von einem simplen Cocktail mit den Zutaten Bullock, Reeves und Romantik. Wenn man das Ganze schüttelt, kommt ein ziemlich gewöhnlicher Liebesfilm mit ganz guten Schauspielern und einem unübersehbaren Hang zum kitschig Verklärten heraus. Von dem in der Beschreibung so spannend klingenden Zeitreiseaspekt des Films sollte man sich nicht irritieren lassen. Die zweijährige Zeitdifferenz zwischen den Leben der beiden Protagonisten Kate und Alex ist ein sehr vernachlässigtes und wenig hinterfragtes Element der Erzählung. Dieselbe Geschichte würde ähnlich funktionieren, wenn man räumliche Distanz zwischen die beiden Liebenden setzt, den Zauberbriefkasten durch zwei räumlich getrennte ersetzt und den wundersamen Zeitreisehund, den beide besitzen, ganz weglässt. Hauptsache, sie haben Schwierigkeiten zusammenzukommen.

Das Speed-Hochgeschwindigkeitstraumpaar hat diesmal Rollen gewählt, die es langsam angehen lassen, und zwar so langsam, dass es manchmal schon ziemlich langweilig wird, ihnen beim brieflichen Sich-Verlieben zuzusehen. Während Kate und Alex unaufhörlich vom Warten schreiben und reden und auch nicht viel anderes tun als warten, kann es schon vorkommen, dass man sich als Zuschauer einen guten alten Bus herbeiwünscht. Als ob der Regisseur Alejandro Agresti diese Zuschauergebete erhören würde, lässt er tatsächlich an dramaturgisch wichtiger Stelle einen auftauchen und prompt ein Opfer fordern.

Was der Film am idyllischen Anfang und im nicht immer ganz den Gesetzen der Logik folgenden Mittelteil zu wenig an Tempo hat, versucht er in den letzten Minuten nachzuholen. Diese unpassende Hatz zu einem Finale, von dem sich die Geschichte eigentlich schon zu sehr entfernt hat, zerstört endgültig die ganze verträumte Atmosphäre mit einer märchenhaften Liebesgeschichte und netten Architekturaufnahmen, die Das Haus am See zuvor so mühsam aufbauen will. Da helfen nicht einmal mehr Bullock, Reeves und Romantik.

Trivia - Geschichten und Gschichterln
Das Haus am See ist das Remake südkoreanischen Films Siworae von Hyun-seung Lee aus dem Jahr 2000. Der amerikanische Titel des Films lautet Il Mare – genauso wie der Name eines Restaurants in Das Haus am See.