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Spoon
Wanken in den Freitod: Gus Van Sant baute frei nach Kurt Cobains Ende seine Version der letzten Tage eines von der Welt Unverstandenen.


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Kritik
Ein Künstler am Ende: Blake (Michael Pitt) mäandriert durch die Gegend eines einsamen Landsitzes, brabbelnd, Selbstgespräche führend. Es brezt ihn auf einer Böschung auf. Irgendwelches Zeug isst er, ungenießbar. Er zieht sich um, läuft im Kleid durchs Haus. Später pirscht er samt Flinte herum wie Elmer Fudd. Freunde – ein hohnvolles Wort – hausen mit ihm, scheren sich ebensowenig um seinen Zustand wie die menschlichen Hüllen, die vorbei treiben. Heimsuchungen. Ein Detektiv kommt, ein genialer Moment: Ricky Jay gibt eine Schausteller-Anekdote zum Besten. Asia Argento wankt umher, mit dicken Brillen, kratzt sich am Hintern - unkenntlich. In einem Zimmer bricht Blake zusammen, vor einem Fernseher. Boyz-II-Men haben den Äther gekapert, dudeln den Verstand aus der Welt: On Bended Knee – Blake schafft es längst nicht mehr, sich aufzurappeln.

Gus Van Sant hat mit Last Days, seiner sardonischen, funkelnden Abrechnung mit der Popkultur ein Kleinod geschaffen. Ein Faustschlag ins Gesicht jedes Cobain-Fans, ja. Zynisch, unbedingt. Wen wunderts, dass der tote Kurtl, Verzeihung, Blake, am Ende auch noch von der Trage plumpst: Helden sind zum Fallen geboren.



Zitat
Plattenfirmenmanagerin: „Are you free?“
Blake: „Sort of.“

Blake: „Spoon.“