William Holden hält Gloria Swansons Glaube an eine Welt aufrecht, die schon lange nicht mehr existiert: Sunset Boulevard ist Billy Wilders großartiges Klagelied auf eine schimmernde Ära und die Brutalität des Fortschritts.
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Kritik
Der Geruch des Abschieds schwebt über dem einstigen Prachtboulevard. Die ehemalige Stummfilmdiva Norma Desmond (Gloria Swanson) lebt ihre Zeit voller Exzentrik und Selbstdarstellung weiter, obwohl die schon längst abgelaufen ist. Butler Max von Mayerling (Erich von Stroheim als ein clowneskes Abbild seiner selbst), ebenfalls Systemverlierer der Traumfabrik, spielt – um seiner selbst willen – das traurige Lügenstück mit.
“You're Norma Desmond. You used to be in silent pictures. You used to be big.”
”I am big. It's the pictures that got small.”: Joe Gilles (William Holden), desillusionierter Drehbuchautor und Tor zur Realität, prallt an der Mauer des schönen Scheins ab, macht sich zum Diener des Selbstbetrugs, indem er einwilligt, für Desmond ein Skript zu schreiben.
Stroheim, Cecil B. De Mille, Buster Keaton spielen Abbilder ihrer selbst. Von der Architektur des Vampirschlosses, in dem die Herrin ihren Zitatenschatz pflegt, bis zur unbarmherzig entlarvenden Kamera: prolongierte Hoffnungslosigkeit. Und selbst in Wilders bitterstem Film ist irgendwo noch der Glaube an eine bessere Zeit versteckt: "Mr. DeMille, I'm ready for my close-up".