Neuigkeiten von einem Serum gegen die X-Gen-Mutationen gehen um die Welt. Während die Mutanten diese Nachricht sehr unterschiedlich aufnehmen, sieht Magneto (Ian McKellen) die Zeit zum Handeln gekommen: Er schart eine Armee um sich, um das Labor, in dem das Mittel produziert wird, zu zerstören.
Gefahr droht auch den X-Men: Jean Grey (Famke Janssen) hat nämlich damals am Staudamm überlebt. Ihre Kräfte, stärker als die eines jeden anderen Mutanten, hat sie jedoch nicht mehr unter Kontrolle. Der erste, der das zu spüren bekommt, ist ihr Freund Cyclops...
Im Rückblick wird die
X-Men-Serie eigentlich immer besser. Verantwortlich dafür sind aber nicht die Filme selbst, sondern hauptsächlich die Superhelden-Trittbrettfahrer, die seit dem Erfolg von
Spider-Man und eben den Mutanten ins Kino geschleudert werden, und die mitunter nur eins auslösen: Sehnsucht nach halbwegs vielschichtigen Leinwandheroen; nach etwas, das auch dem Hirn während der Effekteorgie Arbeit verschafft. Nach den X-Men.
Deren Abenteuer sind zumindest seit dem zweiten Teil – und viel mehr als sie das zugeben würden - auf gutes Schauspiel aus. Das macht eine langsame Ablöse von
Patrick Stewart und
Ian McKellen durch jüngere Helden nicht gerade leichter. Nur: ein Generationenwechsel? Die Veränderung ist letztlich geringer als sie anzunehmen war. Obwohl sich
X-Men III: Der letzte Widerstand die ganze Zeit über als Wachablöse aufbaut, lässt er dann aber doch jede Menge Hintertürchen für eine Rückkehr zum Davor offen - für den Fall, dass die Vertragsverhandlungen für den vierten Teil gut gehen, für die Chance, etwas mehr Spannung aus dem Schicksal der Mutanten rauszukitzeln oder schlicht um uns liebgewonnene Charaktere nicht gleich für immer zu streichen.
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| An Wolverine (Hugh Jackman) darf sich wieder einmal die Tragik entladen |
Schon damals begann die Saga mit
Hugh Jackmans Wolverine und
Anna Paquins Rogue, und auch diesmal sind sie die Figuren, an denen sich die beiden Dramen im Film am sichtbarsten wiederspiegeln. Alles läuft dabei erneut auf den Kern von
X-Men hinaus: Das Anderssein – Bürde oder Gabe? Um Heilung anstehen oder auf der anderen Straßenseite dagegen protestieren? Zugleich spielt sich einmal mehr die Gesellschaftsparabel durch, in der die Menschen das Andere - die Mutationen - als Bedrohung, bestenfalls als Krankheit definieren, die es zu beseitigen, zu „heilen“ gilt – was dem kämpfenden Mutantenrechtler Magneto Gelegenheit verschafft, einen unvermeidlichen Genozid wie jenen im Nationalfaschismus an die Wand zu malen und für seine Zwecke zu nutzen. Es dauert also nicht lange, bis wieder auf beiden Seiten gerüstet wird.
In dieser Auseinandersetzung mischen natürlich auch wieder neue Charaktere mit:
Kelsey Grammer versucht, als Beast/Hank McCoy die
Frasier-Tage hinter sich zu lassen,
Vinnie Jones markiert mit Juggernaut wieder mal den Ungehobelten und
Ben Foster gibt sich als Angel beflügelt. Die durch-die-Wand-Geherin Kitty Pryde hat mit
Ellen Page ihr mittlerweile drittes Gesicht im dritten Auftritt, wobei diese Figur jetzt, so wie der gesamte Nachwuchs, mehr Beachtung geschenkt bekommt: Sie treten nun in Aktion, und wieder entsteht ein Schüler-Mentor-Verhältnis, doch diesmal zu Storm und Wolverine. Diese Verschiebung in den Generationen verlangt vom Film vor allem zu Beginn eine erhebliche Dialoglastigkeit ab, während am Ende die Action regiert. Beides wird doppelt und dreifach narrativ verklammert.
Szenen wie der Kampf im Elternhaus von Jean Grey, die Versetzung der Golden Gate Bridge oder die Schlacht am Schluss sind aber so epochal, wie es einem Film wie diesem zusteht. Dass Regisseur
Brett Ratner dabei gerade bei
Halle Berry und ihrer Storm nichts besseres eingefallen ist, als sie mehrmals demonstrativ herumwirbeln und mit Blitzen herumschlagen zu lassen, lässt sich verschmerzen; Es gibt genügend andere, die weniger blass agieren. Langweilig kann eigentlich nur dem werden, der bisher noch nie etwas von den X-Men gehört hat, denn der Einstieg in die verwobene Geschichte ist nicht gerade der einfachste. Die anderen werden mit diesem Zwischenspiel das bekommen, was sie wollen: Superhelden, meistens aus Fleisch und Blut, die keine Ruhe finden – und die Verlockung einer Fortsetzung.
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| Wirbelt hauptsächlich Staub auf: Halle Berry als Storm |