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King Coco
Weihnachten 2005 machte ein freilaufender Affe die Großstadt unsicher – Peter Jacksons King Kong. Im neuen Kinder-Animationsfilm von Universal Pictures, Imagine Entertainment und Produzent Ron Howard ist der Affe zwar kleiner, nicht jedoch das angerichtete Chaos.


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den Affen gelaust hat Hanns Peter Glock

Kritik
Die Geschichte der Verfilmung des über 60 Jahre alten Kinderbuches von Margret und H.A. Reys ist schnell erzählt: Museumsführer Ted begibt sich auf eine Expedition nach Afrika, um dort eine sagenumwobene Statue zu finden und so das Museum vor der Schließung zu bewahren. Als er zurückkommt, hat er zwar keine Statue im Gepäck, jedoch ist ihm ein kleiner Affe gefolgt, der fortan durch seine Neugier für allerlei Probleme sorgt.

Coco - der neugierige Affe ist eine Kinder-Literaturverfilmung, wie sie im Buche steht: Die mehr als sechs Jahrzehnte alte Geschichte ist ohnehin zeitlos, wurde aber trotzdem ein wenig aufgefrischt – so hat in der Kinoversion ein Fotohandy einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Geschichte, und eine Hologramm-Maschine sorgt dafür, dass der kleine Affe als riesenhafter King Coco durch die Straßenschluchten wandert und damit für einen totalen Zusammenbruch des Verkehrs sorgt. Die Handlung ist leicht durchschaubar und ohne große Wendungen, strotzt aber nur so vor spaßigen und rührenden Momenten, die sehr von der gelungen musikalischen Unterstützung profitieren. Jack Johnson ist es gelungen, die Gefühle des Äffchens musikalisch – in Form von ruhigen Gitarrenklängen und simplen Texten – auszudrücken. Die Optik des Films könnte so manchen erwachsenen Besucher etwas überfordern, denn es wimmelt nur so vor Farben auf der Leinwand, die allesamt auch noch sehr hell strahlen und stark weichgezeichnet sind. Ein jüngeres Publikum wird sicherlich ob der grafischen Opulenz begeistert sein.
Coco ist eine liebenswerte Hauptfigur, obwohl er seine Stimmung nur durch Mimik und Affenlaute offenbart. Begleitet wird er vom korrekten aber überdrehten Ted, der redet wie ein Wasserfall, und so problemlos fehlende Dialoge mit dem Affen aufwiegt. Die Prise Sarkasmus, die ständig bei ihm mitschwingt, gibt dem Film zusätzliche Würze. Wie auch in der Romanvorlage versucht Ted ständig, das von Coco ungewollt begangene Durcheinander zu regeln, wodurch meist alles noch schlimmer wird. Trotzdem hat er den kleinen Affen gern, und am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf - mit der einprägsamen Schlussbotschaft, dass Neugier eine Tugend ist, die gepflegt werden soll. Coco – der neugierige Affe ist in allen Punkten eine gelungene Kinderbuchverfilmung, die kleine Kinder sicherlich begeistert und deren Begleitpersonen auch nicht langweilen wird.

Trivia - Geschichten und Gschichterln
Coco heißt im englischen Original George (nach George Washington).

In der Originalversion werden die Figuren von Will Ferrell (Ted) Drew Barrymore (Maggie), Eugene Levy (Clovis) und Dick Van Dyke (Mr. Bloomsberry) gesprochen.

Hans Augusto und Margarete Elizabeth Reyersbach (=Margret und H.A. Reys), die Verfasser der Buchvorlagen kamen ursprünglich aus Deutschland und lebten in Frankreich, sind aber im Verlauf des zweiten Weltkriegs in die Vereinigten Staaten ausgewandert.

Die Macher des Films sind nicht ganz ohne Product Placement ausgekommen. Gegen Ende des Films schwingt sich Ted in einen Volkswagen, um Coco zu retten und auch Dole Bananen und Werbung für das US Postal Service lassen sich vom findigen Publikum entdecken.