Mit Silent Hill kommt eine Videospielverfilmung in die Lichtspielhäuser, die sich in allen Punkten nicht sehr weit von der virtuellen Vorlage entfernt.
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Sharon (Jodelle Ferland), die Adoptivtochter von Rose (Radha Mitchell) und Christopher DaSilva (Sean Bean), wandelt ständig im Schlaf. Als Rose sie eines Nachts gerade noch davor bewahren kann, von einer Klippe zu springen, beschließt die Mutter, endlich den mysteriösen Ort aufzusuchen, von dem Sharon im Schlaf immer spricht: die Geisterstadt Silent Hill, in der sich vor Jahrzehnten eine fürchterliche Brandkatastrophe zugetragen hat. Als sie dort angekommen, verschwindet Sharon plötzlich. Die Suche nach ihr wird für Rose zu einem wahr gewordenen Albtraum.
Kritik
So ähnlich könnte auch der Text auf der Rückseite einer Videospielpackung lauten - und das hat seinen Grund, denn bei Silent Hill handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Horrorgames der japanischen Softwareschmiede Konami. Die Handlung des Films wurde hauptsächlich aus dem ersten Teil der Silent Hill Abenteuer für die Playstation übernommen. Darin sucht ein Vater, der übrigens frappierende Ähnlichkeit mit Sean Bean aufweist, in der Gruselstadt nach seiner Tochter. Bei der Leinwandversion werden aber alle wichtigen Figuren von Frauen verkörpert. So ist es nun Rose, die im japanischen Stil, ganz unschuldig wirkend in kurzem Rock und Stiefeln, sexy durch die Stadt schleicht und hin und wieder panisch vor widerlichen Aschemonstern flüchtet. Eskortiert wird sie dabei von einer kurzhaarigen, blond gefärbten, knallharten Polizistin in einer hautengen schwarzen Motorradhose und einer ebenso knapp sitzenden blauen Polizeibluse - also ebenfalls dem optischen Klischee einer japanischen Videospielfigur entsprechend. Der femininen Linie folgend, sind sowohl der erste Zwischengegner in Form einer puritanischen Hexenverbrennerin als auch der Hauptfiesling Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts. Das Böse erscheint – wie soll es auch für einen Film mit Japan-Flair auch anders sein - in Gestalt eines kleinen Mädchens mit gemeinem Gesichtsausdruck und schmutzigen schwarzen Haaren, die ins Gesicht hängen.
Grundmotiv des Films sind allerlei Mutter-Tochter Beziehungen: Etwa die der Predigerin Cristabelle (Alice Krige) zur Mutter Gottes oder die von Rose zu Sharon, und noch andere, viel verworrenere, die dem unaufmerksamen Kinogänger aber noch rechtzeitig in unspannenden Rückblicken erörtert werden.
Konami war mit der Arbeit des Regisseurs Christophe Gans ausgesprochen zufrieden. Ebenso wird es auch sicherlich vielen Fans der Silent Hill Serie gehen, denn die Verfilmung ist mit Abstand die spielähnlichste Gameverfilmung, die bisher in den Kinos gelaufen ist.
Und hier liegt auch ein großer Kritikpunkt: Alles wirkt wie ein 120minütiges Computerspiel, bei dem man nicht selbst Hand anlegen kann, sondern nur von einer Zwischensequenz zur nächsten geschleust wird. Dafür ist die Spielzeit aber eindeutig zu lang bemessen. Anfangs ist der Eindruck zwar durchaus positiv, und audiovisuell beeindrucken kann auch die Verwandlung der aschebedeckten Geisterstadt zum surrealen, brennenden, maschinenbetriebenen Warteraum der Hölle mit entsprechender Klientel – wie Zombiekrankenschwestern, die in einer Michael-Jackson-Choreographie durch enge Gänge staksen. Auf die Dauer wird die Schnitzeljagd der Protagonistin durch die Horrorlandschaft aber eintönig. Selbst der „Endkampf“, bei dem ein riesiges Stacheldrahtmonster dutzende verlorene Seelen in einer Kirche hinmetzelt, sodass das digitale Filmblut nur so spritzt, kann dem getrübten Kinoerlebnis kaum Farbe verleihen. Angesichts der Einspielzahlen und dem offenen Ende ist aber davon auszugehen, dass sich demnächst Sean Bean in der Hauptrolle durch Silent Hill 2 schlägt. Wünschenswert wäre dann etwas weniger Spiel, dafür mehr Film.
Trivia - Geschichten und Gschichterln
Jodelle Ferland, die in Silent Hill gleich drei Rollen spielt (Sharon, Alessa, Dark Alessa) hat schon in der Fernsehserie Kingdom Hospital von Stephen King mitgespielt. In dem US - Remake der schwedischen TV-Serie Geister von Lars von Trier spielte sie einen kleinen Geist.