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| Unmöglich, die Dritte: Tom Cruise als Agent Ethan Hunt |
Noch ist es nicht soweit: Noch steht da oben auf den Bannern nur der Name des Schauspieler-Stars und Produzenten
Tom Cruise. Aber: Sein diesmaliger Regisseur ist mit größter Wahrscheinlichkeit der erste, der nachrücken wird in den illustren Kreis der Spielbergs, Altmans und der Arthouse-Könige, die Besucher in die Kinos ziehen, weil sie Regie geführt haben. Bald wird es also heißen:
Ein J.J. Abrams Film. Ganz selbstverständlich, und völlig gerechtfertigt.
Verdient hätte er es sich bereits für
Mission: Impossible III, denn völlig ungeachtet dessen, dass er zum ersten Mal überhaupt bei einem Kinofilm das Ruder übernahm, trägt das Produkt deutlich seine Handschrift: der spannungsgeladene Einstieg mittendrin, dem der größte Teil der Story als quasi riesiger Flashback folgt, die Besetzung von
Keri „Felicity“ Russell, der Auftritt von
Greg „Weiss“ Grunberg; ein aus
Alias übernommener Deckname, Einlagen in Landessprachen, der verschroben-gesprächige Techniker, der Abhilfe weiß... Willkommen in der Welt von
J.J. Abrams, der schon mit den Serien, die er schuf, Kino im Fernsehen machen wollte, und sein Spiel nun scheinbar mühelos 1:1 auf die Leinwand umlegt - ohne sich diesmal am Set in Rom oder Shanghai Sorgen machen zu müssen, dass die Seitengassen der Walt Disney Studios in Burbank nicht wie eine exotische Location aussehen, sondern eben nur wie die Seitengassen der Walt Disney Studios in Burbank.
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| Davian (Philip Seymour Hoffman), ein Bösewicht von der Sorte, die gleich auf die Familie des Helden los gehen |
Genau wie bei
Alias, einem entfernten Nachkommen der Serie
Mission: Impossible - zu Deutsch:
Cobra, übernehmen Sie - erweitert
Abrams nun auch die Kinoversion der Agentengeschichte um eine private Seite, die den Helden in ein Doppelleben zwingt und in seinem Job noch verwundbarer macht. Zeit zur Seifenoper bleibt im Drama um Ethan Hunts Frau glücklicherweise wenig; Dafür ist das Tempo zu hoch, sind die Verschnaufpausen zu kurz. Einigermaßen große schauspielerische Betätigungsfelder ergeben sich dabei nur für
Philip Seymour Hoffman, der einen denkwürdig berechnenden Bösewicht abgibt und den in seiner Rolle sehr soliden
Tom Cruise deshalb blass aussehen lässt: Jeder noch so durchdringende Blick, ja sogar die Wutausbrüche sind kaltblütig, so dass
Hoffmans Auftritte gar nicht genug sein können.
Die zahlreiche Kollegenschaft der beiden muss sich derweil mit jeweils ein, maximal zwei großen Szenen begnügen, in denen sie sich hervorheben darf - und Abrams weiß trotz Action-Dauerfeuer, den obligatorischen Maskeraden und einer verblüffenden Effektekiste diese Chancen so gut zu nutzen, dass alle in starker Erinnerung bleiben:
Shaun of the Dead-Macher
Simon Pegg zum Beispiel als Lebend-Navigationssystem für
Tom Cruise,
Keri Russell wiederum in einer außergewöhnlichen Kampfszene oder
Laurence Fishbourne als Agentenboss, der zumindest einmal die ganze versammelte Mannschaft mit ausgesprochener Gelassenheit niederreden kann. Nur
Michelle Monaghan ist und bleibt in diesem Film schlicht ein Lookalike von
Grey's Anatomy-Hauptdarstellerin
Ellen Pompeo.
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| Der Nerd: Simon Pegg (r.) plagen diesmal keine Zombie-Probleme |
Doch auch wenn die zentrale Romanze dadurch der wundeste Punkt von
Mission: Impossible III ist: Den Film selbst bremst das nicht ein. Dünkler, härter und doch genauso unterhaltsam wie seine Vorgänger, ist er mit seinem Abwechslungsreichtum und seiner Rasanz tatsächlich der erste Actionfilm seit langem, der sein Eintrittsgeld mehr als wert ist. Den Verdienst daran trägt zum größten Teil
J.J. Abrams, bei dem es jetzt nur noch gilt, abzuwarten, ob er sein Spiel genauso so gut spielen kann, wenn keine Agenten oder Gestrandeten mit von der Partie sind.