Eli Roth beweist mit diesem Horrorstreifen, dass man Quentin Tarantino auch dann als Produzenten gewinnen kann, wenn man kein gutes Drehbuch hat, sondern bloß sehr viel Filmblut.
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Die beiden Amerikaner Paxton (Jay Hernandez) und Josh (Derek Richardson) trampen gemeinsam mit ihrer Reisebekanntschaft, dem Isländer Oli (Eythor Gudjonsson), durch Europa. Sie haben jede Menge verqualmten Spaß in Amsterdam, bis sie von einem Unbekannten darauf hingewiesen werden, dass das wahre Vergnügen in Form von unheimlich willigen und billigen Mädchen in Bratislava auf sie wartet. Natürlich macht sich das Trio sofort auf den Weg. Die drei Männer wähnen sich an einem idealen Ort. Sie teilen sich das Zimmer mit den beiden Verführungskünstlerinnen Natalya (Barbara Nedeljakova) und Svetlana (Jana Kaderabkova), feiern und entspannen sich zwischen vielen nackten Brüsten im Wellnessbereich des wunderbaren Hostels. Alles scheint gut, bis einer nach dem anderen verschwindet, und zwar in einer zum Folterfreizeitpark umfunktionierten Fabrik.
Kritik
Das Europa, in das Eli Roth seine Figuren auf Horrorurlaub schickt, ist wirklich ein sonderbares Fleckchen Erde. Die Menschen nehmen unentwegt Drogen. Alles scheint sich nur um Discokugeln zu drehen, im Idealfall nackt. Es gibt freizügige Frauen mit laufstegtauglichem Aussehen, wohin man auch blickt. Im Osten Europas sind die Partys sogar noch wilder und die Damen noch viel williger. Ein klein wenig lästig ist vielleicht die Tatsache, dass überall ganze Rudel gemeingefährlicher Straßenkinder herumrennen. Allerdings bedarf es nur einer kleinen Menge Kaugummi, um die kleinen Brutalos zu seiner Privatarmee zu machen.
Viel zu lange feiern und ficken sich die schwachen Protagonisten durch diese eigenartige Wunderwelt, bis endlich jenes Grauen beginnt, das einem die Werbung von Hostel verspricht. Allerlei Körperteile verlieren ihre Besitzer, Augen machen unangenehme Bekanntschaft mit Lötkolben und Bohrmaschinen finden völlig neue Anwendungsgebiete. Ein Tourist nach dem anderen wird abartigst abgeschlachtet. Die Bilder verleiten zum Wegschauen.
Um dem passagenweise etwas ratlosen Zuschauer das ganze Ausmaß des Abenteuerlandes für Hobby-Folterknechte vorzuführen, lässt Regisseur Roth die letzte noch halbwegs intakte seiner flachen Figuren einen Fluchtversuch durch das blutverschmierte Labyrinth der alten Fabrikshalle unternehmen. Diese Flucht glückt schließlich auch und zieht einen kleinen Rachefeldzug nach sich. Dass auch manche der Bösen schließlich bluten müssen, stellt ein viel zu vorhersehbares und viel zu versöhnliches Ende dar. Der Film vertraut zu Unrecht darauf, dass reichlich Blut und Sex von einer lahmen und unausgegorenen Handlungsstruktur ablenken.
Was man von Hostel lernen kann: Wenn im Vorspann groß der Name Quentin Tarantino prangt, sollte man sich nicht immer ein einen leicht trashigen Kultfilm erwarten. Manchmal ist es schlicht und einfach nur Trash.
Zitat
Josh: Did we come all the way to Europe to smoke pot?
Oli: Hey, I came all the way from Iceland.