US-Erfolgsautorin Catherine Tramell weilt in England und gerät erwartungsgemäß auch dort mit dem Gesetz in Konflikt. In ihrem Wagen ertrank ein Fußball-Star auf Drogen, sie selbst konnte sich allerdings retten - sehr verdächtig. Zur Klärung ihres Geisteszustands wird von Psychiater Dr. Michael Glass (genauso durchsichtig wie sein Name: Tom Morrissey) ein Gutachten über sie erstellt. Der nun wirklich langweilige Trottel verfällt prompt der lüsternen Kettenraucherin. Plötzlich sterben immer mehr Menschen, während ein zwielichtiger Cop (David Thewlis) versucht, mit eher unlauteren Methoden Licht in die Sache zu bringen. Die ganze vorgetäuschte Handlung hätte man sich allerdings sparen können, denn der einzige Trumpf dieses Machwerks und gleichzeitig die Hauptfigur im wahrsten Sinne des Wortes ist La Stone.
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| Machen Sie eine typische Beinbewegung... |
Psychotherapeuten sind generell out – insbesondere solche, die sich in ihre potentiell kriminelle und taktisch weit überlegene Patientin verlieben. Filme wie
Color of Night (Dr.
Bruce Willis) oder
Eiskalte Leidenschaft (Dr.
Richard Gere) sind nicht umsonst in Vergessenheit respektive das Spätabendprogramm im Kabelfernsehen geraten. Hier läuft jedoch wieder das alte Programm vorm Freud-Portrait an der Wand – wie Catherine Tramell treffend feststellt: „Zu viele Fragen, zu viele Antworten, und es gibt keinen Sex.“ Die umwerfende Erkenntnis der ganzen Analysiererei: die Frau hat ein Faible für Risiken, aber geh. Es kommt, wie’s kommen muss – die Patientin analysiert den Therapeuten. Leichen pflastern den Weg der schönen Psychopathin und sie schreibt ein Buch über einen besessenen Analytiker, nachdem das letzte über einen irren Cop schon so erfolgreich war. Lachhafte Dialoge machen die Zeit von
Stones übergeschlagenen Beinen bis zur Sex-Szene beinah unerträglich während der Schauplatz London hinter einer Wand aus Milchglas verschwindet und sich ein merklich angestrengter
Morrissey alle Mühe gibt, halbwegs tiefsinnig dreinzusehen.
Sharon Stone bekämpfte die Gesetze der Schwerkraft offenbar erfolgreich mithilfe jenen der plastischen Chirurgie und enthält das Resultat dankenswerterweise auch niemandem vor – viva la Brustwarze!
Dass
David Cronenberg mal als Regisseur in Erwägung gezogen wurde, schlägt sich nur noch in einer Psychose der Protagonistin nieder: Catherine wird bei der Vorstellung eines Verkehrsunfalls sexuell erregt –
Crash, anyone? Kaum möglich scheint es, dass Regisseur
Michael Caton-Jones auch für
This Boy’s Life verantwortlich war, das schauderbare Remake des
Schakals traut man ihm eher zu – man muss ihm aber zugute halten, dass künstlerisches Engagement hier vermutlich nicht Teil der Job Description war.
Die tragisch verlaufene Geschichte des Castings der männlichen Hauptrolle weist starke Parallelen zur Suche nach dem neuen
James Bond auf, war jedoch glücklicherweise nicht so medial präsent. Das Resultat jedenfalls war das gleiche – man verfiel auf den mit Abstand unpassendsten Kandidaten. Angedacht waren
Robert Downey Jr., ausgeschieden wegen Drogenproblemen,
Kurt Russel drückte sich vor den Nacktszenen und
Pierce Brosnan fand die Sache doch zu geschmacklos. Sogar
Harrison Ford war - gerüchtehalber - im Gespräch, nackt ist er dem p.t. Publikum zum Glück erspart geblieben. Auch
Bruce Greenwood, ewiger B-Schauspieler, wollte nicht, und (ewiger C-Schauspieler)
Benjamin Bratt fand
Sharon Stone zu schlecht (sie ihn). Warum man sich dann letztendlich für
David Morrissey entschied, bleibt ein Mysterium - der Mann hat die sexuelle Ausstrahlung einer unausgefüllten Steuererklärung. Was hat
Charlotte Rampling als beste Freundin des Psychiaters hier verloren? Auch das bleibt ungeklärt und es ist letztlich auch egal.