Atomkraft hat durchaus unangenehme Nebenwirkungen: Das muss eine Familie auf Urlaubsreise in Hügel der blutigen Augen am eigenen Leibe erfahren – auf die wirklich harte Tour. Alexandre Ajas Remake des Wes Craven – Klassikers ist eher nichts für Zartbesaitete.
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Familie Carter nebst Schwiegersohn und Enkelkind bricht in den Urlaub nach Kalifornien auf. Doch bis Sonne und Strand erreicht sind, muss erst noch die Wüste durchquert werden – mit einem heimeligen Wohnwagen, der ganze Stolz des Familienvaters und Polizisten im Ruhestand „Big Bob“ Carter (Ted Levine). Auf den Rat eines verschrobenen Tankwarts hin, nehmen sie eine Abkürzung. Was die Carters aber nicht wissen, ist, dass diese direkt durch ein Gebiet führt, das in den fünfziger Jahren als atomares Testgebiet genutzt wurde.
Shit happens – der Wohnwagen hat eine Panne mitten im Nirgendwo. Und so bleibt den Männern der Familie nichts anderes übrig, als aufzubrechen, um Hilfe zu holen. Ex – Cop Big Bob bricht samt Schusswaffe in die eine Richtung auf, der verweichlichte Schwiegersohn Doug Bukowski (Aaron Stanford) in die andere. Frau und Kinder finden sich erstmal mit ihrem Schicksal ab und bleiben zurück. Die Nacht in der Wüste bricht herein. Doch die Carters ahnen nicht, dass sie nicht allein sind und erleben die schrecklichste Nacht ihres Lebens. Ebenso rätselhafte wie schaurige Mutanten überfallen den Wohnwagen, töten Mutter und eine Tochter, vergewaltigen die andere und entführen das Baby.
Zunächst konsterniert vor Angst und Wut, schwingt sich Doug vom Pazifisten zum kompromisslosen Rächer auf und wagt sich in das Dorf der Mutanten, um seine Tochter zu retten…
Kritik
Für den jungen französischen Regisseur Alexandre Aja erfüllt sich mit The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen ein Kindheitstraum. Horror – Altmeister Wes Craven wurde auf sein Talent aufmerksam und beauftragte ihn mit dem Remake seines gleichnamigen Filmes von 1977.
Und das ist ihm wahrlich gelungen. Schon im Vorspann, in dem schockierende Bilder von atomar deformierten Kindern in eine klischeehafte 50er Jahre–Idylle hereinbrechen, spürt der Zuschauer, dass die nächsten zwei Stunden eher ungemütlich werden. Von Anfang an gelingt es Aja, die Wüste, eigentlich ein Symbol für Ruhe und Freiheit, als Bedrohungsszenario darzustellen. Und so laufen die Carters, eine auf den ersten Blick perfekte Familie, unweigerlich in die Falle. Im Untergrund schwelt der Konflikt zwischen dem dominanten Familienvater und dem Schwiegersohn, der als überzeugter Demokrat und Waffengegner nicht so recht zu den Carters passen will.
Doch erst beim nächtlichen Überfall auf die Carters greift Aja zu drastischen Mitteln: Die Mutanten bekommen ein Gesicht, und zwar eines, das einem das Fürchten lehrt. Der resolute Big Bob stirbt zuerst, aber er bleibt bei weitem nicht der einzige.
Am nächsten Morgen schlägt der Rest der Familie zurück. Doug greift sich Hund und Waffe und will seine Tochter aus dem Mutantendorf zurückholen. Neben ästhetisch gruseligen Schaufensterpuppen und Leichen von anderen Beutezügen blickt er dort ins Gesicht der Feinde und beginnt seinen Rachefeldzug. Der Showdown, der dann folgt, lässt wirklich nichts aus, an Blut und roher Gewalt mangelt es nicht.
Alles in allem gelang Alexandre Aja mit Hügel der blutigen Augen ein solider, hoch spannender Horrorfilm, der sich durch seine gut ausgearbeiteten Charaktere von anderen Beispielen des Genres sehr positiv unterscheidet.
Trivia - Geschichten und Gschichterln
Einige der Protagonisten sind alte Bekannte aus der Fernsehwelt: Ted Levine, der Vater Big Bob spielt, werden manche als Polizeichef Stottlemeyer aus „Monk“ wieder erkennen, Emilie de Ravin als Tochter Brenda glänzte zuletzt in der Serie „Lost“.
„Big Bob“ Carter: „Ain`t nothing to see around the desert“