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Ins Krisenland und weiter
Zu Hause bleiben und das All sehen: Mit einem Spiel verschlägt es Kinder in den Weltraum – und was dort nicht alles für Probleme gelöst werden können!


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Eine Partie mit Thomas Taborsky

Danny (Jonah Bobo) und sein größerer Bruder Walter (Josh Hutcherson) verbringen das Wochenende bei ihrem Vater (Tim Robbins). Der hat aber im Moment nicht viel Zeit für sie, denn eine große Präsentation steht an. Die Sprösslinge machen es ihm auch nicht leichter, und als sie dann noch Saft über seine Entwürfe kippen, muss er schleunigst ins Büro. Die große Schwester (Kristen Stewart) ist am Babysitten wenig interessiert, also kann Walter ohne Mühe Danny in den Essensaufzug sperren. Raus kommt Danny im gruseligen Heizungskeller. Unter den vielen Sachen, die dort liegen, findet er den Karton mit dem Spiel Zathura, das er zu spielen beginnt. Und obwohl Walter nicht mitmachen wollte: Beide finden sie sich samt Haus im Weltraum wieder, auf dem Weg zum Planeten Zathura...

Kritik
Danny (Jonah Bobo, links) und Walter (Josh Hutcherson)
haben im Astronauten (Dax Shepard, Mitte) etwas Hilfe -
und die brauchen sie auch,
bei all den Überraschungen, die im All lauern...
Hier haben wir also das Prunkexemplar eines durchsetzungsfähigen Brettspiels: Um aufzufallen, macht es sich zum einzigen hell beleuchteten Gegenstand im dunklen Heizungskeller. Dann die Knebel-Klausel, die man sonst nur aus langfristigen Bierlieferverträgen kennt: Einmal angefangen, ist es einfach nicht drin, nicht mitzumachen oder gar aufzuhören. Und schließlich, um absolute Aufmerksamkeit zu erlangen, kennt das fröhlich klingelnde Blechspielzeug auch noch schmutzige Methoden, um die Konkurrenz zu beseitigen: So wird der verhasste Fernseher im Handumdrehen mit einem Meteoreinschlag ausgeschaltet.

Wenn Zathura – das Spiel tatsächlich so rabiat wäre, hätte der Film Zathura nur davon profitieren können. Leider ist das Nachfolgewerk zu Jumanji nicht darauf versessen, das Weltall, sondern die schwer kriselnde Beziehung zweier Brüder zu erkunden – und alle Alarmglocken schrillen, denn es sind Scheidungskinder. Da hilft es nichts, wenn der nur kurzzeitig anwesende Tim Robbins als Vater schnippische Kommentare über seine Lebenssituation abliefert: Ab geht die Reise ins Krisenland. Die Kinder haben die Trennung nicht verkraftet, Gräben brechen auf, der eine weist dem anderen sogar die Schuld an der Scheidung zu und schon schwirrt der Gedanke im Raum von wegen dass der eine wünschte, der andere wäre nie geboren worden. Und ihr Haus zerfällt langsam um sie herum... Symbolischer geht es kaum noch.

In der pädagogischen Psychopackung, die Zathura ist, wird allerdings nicht nur über einem Brettspiel gestritten: Brandschatzende Raumpiraten machen den Brüdern das Leben genauso schwer wie Riesenplaneten oder ein Amok laufender Roboter. So spannend das klingt, verlaufen sich diese Actioneinlagen doch schnell wieder, wenn die Kinder vorsichtig durchs Haus manövrieren. Dazu gesellt sich dann auch noch ein Astronaut oder besser gesagt Gewissensbiss auf zwei Beinen, bei dessen Anblick einem wiederholt in den Sinn kommt, dass die Produzenten wohl den Hauptdarsteller aus Scrubs, Zach Braff, wollten, aber nur sein etwas männlicheres Double Dax Shepard bekommen konnten.
Andere Dinge sind wieder mehr als merkwürdig für einen Familienfilm, so zum Beispiel die ausgiebige Misshandlung der tiefgefrorenen Schwesternpuppe – ja, Regisseur Jon Favreau hat in Very Bad Things mitgespielt, aber das ist nur ein schwaches Indiz für das Warum – und dann gäbe es auch noch einen Hauch von Inzest, der aber genauso schnell wieder verschwunden ist wie er auftauchte. Kurz gesagt: Harmloser Humor - wie ein Fahrrad im Hausorbit kreisen zu lassen - steht dem Film wesentlich besser, aber er hat ihn kaum. Was übrig bleibt, ist ein nicht gerade aufregender Versuch – und die schwache Hoffnung, dass irgendwo noch Autoren Drehbücher schreiben, die den Leuten nicht auf Biegen und Brechen etwas beibringen wollen.

Zitat
Walter über Dads Haus: „I like Mom’s better.“
Dad: „Well, so did she, and now it’s hers.“

Astronaut: „There are some games you can’t play alone.“
Österreichische Filmseite
http://www.sonypictures.at/landing/zathura/