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Plastilin Rules!
Aardman Animations is back: 5 Jahre Arbeit und 2,8 Tonnen Plastilin für 85 Minuten Spielfilmlänge. Nach Schafen (A Close Shave) und Pinguinen (The Wrong Trousers) schlagen sich Wallace und Gromit jetzt mit Kaninchen rum.


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zerkugelt hat sich Julia Pühringer

Wallace (gesprochen wie immer von Peter Sallis) und Gromit haben sich mit ihrer Firma „Anti Pesto“ (!) auf Schädlingsbekämpfung spezialisiert, ein gutes Geschäft in einem Land wo „die goldene Karotte“, ein Preis für Gemüsezucht, das Größte ist - der Gemüse-Contest existiert immerhin seit 500 Jahren. Natürlich werden die putzigen Häschen nur gefangen, nicht vernichtet – mit Hilfe einer lustigen Staubsauger-ähnlichen Maschine sowie eines ausgeklügelten Überwachungssystems: Gartenzwerge als Bewegungsmelder (und wieder ist ein Mysterium gelöst). Eine der Kundinnen ist Lady Campanula „call me Totti“ Tottington (Stimme: Helena Bonham-Carter), die Wallace sehr sympathisch ist. Leider wird die gute Dame von dem aufgeblasenen Schnösel und Jagdfanatiker Victor Quartermaine (Stimme: Ralph Fiennes) umgarnt. Als dann bei Vollmond ein mutierter Riesenhase die idyllische Gegend unsicher macht, ist allerdings Wallaces und Gromits ganzer Einsatz gefragt. 

Kritik
Copyright: UIP
Filmzitate en masse

Leider stand zwischen mir und dem pünktlichen Abgabetermin dieser Filmkritik die Viennale. Nun, spät aber doch, folgender Rat: Rasch ins Kino Ihres Vertrauens laufen und die englische Originalfassung anschauen! Leider darf von der Handlung nicht allzu viel verraten werden, es wäre auch sinnlos, zu viele der – unglaublich zahlreichen – Anspielungen zu verraten, auch wenn mir das zugegebenermaßen schwer fällt. Unter anderem besuchte Gromit „Dogwarts“, ein Polizist heißt Police Constable Mackintosh (logische Abkürzung: PC Mac), der Friseur im Dorf nennt sich „Close Shave“. Filmszenen, die Geschichte machten, werden gewohnt gnadenlos kopiert (King Kong, sag ich nur, Jurassic Park!) und das alles ist ein echtes Volksfest. Wer hier Details übersieht, ist selber schuld: bei einem Film, für den über 500 Plastilinkarnickel fabriziert und 700 kleine Gemüse mit Hand bemalt wurden, bleibt nichts, aber wirklich nichts, dem Zufall überlassen. Sogar die Computeranimation tut auf Handarbeit und integriert zwecks Authentizität Fingerabdrücke ins Plastilin, vermutlich die ersten animierten Fingerabdrücke der Filmgeschichte.
Copyright: UIP
Aufmüpfige Häschen

„The killing of a fluffy creature is never justified“

Ansonsten bleibt alles beim Alten: Wallace hat eine großartige Idee nach der anderen und Gromit darf dann das Chaos beseitigen – berühmte letzte Worte, als Wallace den gefangenen Häschens das Gemüsefuttern per Gehirnmanipulation ausreden will: „Just a bit of everyday brain alteration, that’s all”. Ach ja, sollte jemand fragen: 125 rpm heißt 125 Hasen pro Minute, rab rehab(ilitation) Hasen-Reha – das Resultat: „the reformed rabbit“. Irgendwie ist man versucht, in Zahlen zu schreiben: Für Wallace wurden jede Woche 15 Paare neuer Hände hergestellt, von Gromit wurden 43 verschiedene Doppelgänger benötigt, von Wallace gab es 35 Versionen – und das für durchschnittlich 3 Sekunden brauchbares Filmmaterial pro Drehtag. Extrem bewunderns- und sehenswert, auch wenn der beste Freund nicht Harvey heißt.


Trivia - Geschichten und Gschichterln

Peter Sallis, berühmter britischer TV-Serienschauspieler und die Stimme von Wallace, spielte 1961 in dem Film The Curse of the Werewolf mit.

1990 wurde A Grand Day Out für den Oscar in der Kategorie Bester Animierter Kurzfilm nominiert – gewonnen hat allerdings Parks anderer Trickfilm Creature Comforts. Den zweiten Oscar bekam er vier Jahre später für The Wrong Trousers, den dritten nur zwei Jahre danach für A Close Shave.

Im Drehbuch wurden für den – sprachlosen – Gromit Dialogzeilen geschrieben, damit sein Gesichtsausdruck festgehalten war. 

Der „Anti-Pesto“-Lieferwagen, eine Miniatur des Austin 35, war voll funktionsfähig (Blinker, Scheibenwischer, Kofferraumtür, etc.); jedes Modell kostete mehr als das Original.

Klebstoffverbrauch pro Monat auf den Sets: 22 kg.

Das lateinische Familien-Credo der Tottingtons bedeutet übersetzt so viel wie „Mist befreit uns alle“ (es sollte ursprünglich „gratis Mist für alle“ lauten).

Gräfin Campanula wurde nach Parks Lieblingsblume, der Glockenblume, benannt.

In Portland, Dorset, England gab es Probleme mit dem Filmtitel, da dort das Wort „rabbit“ aufgrund eines Aberglaubens gemieden wird. Auf den Plakaten stand deshalb „something bunny is going on“.

Schon bevor der Film in die Kinos kann, erhöhten sich die Bestellungen des einzigen Produzenten von „Stinky Bishop Cheese“ weltweit auf das über 5-fache.


Zitat

Co-Regisseur Steve Box: „Einen 30-minütigen Wallace & Gromit-Film zu machen ist zeitaufwändig und verlangt viel Geduld und Liebe. Einen 85-minütigen, abendfüllenden Spielfilm zu machen ist etwa so, wie die chinesische Mauer mit Streichhölzern zu bauen.“

Co-Regisseur Nick Park: „In gewisser Weise ist Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit der erste vegetarische Horrorfilm der Filmgeschichte.“

Lord Victor Quartermaine [seinToupet wurde gerade vom Hasen-Staubsauger aufgesogen]: I want my... [senkt die Stimme]...toupee
Wallace: Oh, yes, of course. We take cheques or cash.
Lord Victor Quartermaine: No, you idiot. My hair is in there.
Wallace: Oh, no, only rabbits in there. I think you'll find the hare is a much larger creature.

Die offizielle Homepage zum Film (Englisch):
http://java.europe.yahoo.com/uk/uip/wallaceandgromit/index.html