Ein ehemaliger Gigolo sucht seinen Sohn. Nur wo?
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Don Johnston (Bill Murray)hat seine Schäfchen ins Trockene gebracht. Irgendwann einmal hat er mit Computern viel Geld gemacht, sich ein Haus in einer netten Nachbarschaft gekauft und eine Freundin zugelegt. Jedoch ändert sich alles, als diese ihn verlässt und er einen ominösen Brief erhält. In diesem Brief erklärt ihm eine Unbekannte, dass er vor 19 Jahren in einer Liebesnacht deren Sohn gezeugt hat. Ungläubig, aber durch seinen Freund Winston (Jeffrey Wright)inspiriert, macht sich Don nun auf die Suche nach der anonymen Briefschreiberin, um seinen Sohn kennen zu lernen.
Kritik
Broken Flowers ist ein netter Film. Nicht mehr und nicht weniger. Er lebt vom gemütlichen Stil des Regisseurs Jim Jarmusch und dem gemütlichen Stil des Schauspielers Bill Murray. Beide brechen hier nicht gerade zu neuen Ufern in ihren Karrieren auf, jedoch beschädigen sie mit Broken Flowers auch nicht ihr Lebenswerk. Jim Jarmusch als Regisseur, der ruhige Einstellungen mag und nicht unbedingt jede Szene mit einem Dialog vollstopfen will, Bill Murray, dessen Szenen alleine durch seine Anwesenheit funktionieren und der auch nicht gerade durch einen übermäßigen Wortschwall glänzt, beide sind scheinbar füreinander gemacht.
Broken Flowers ist ein leiser Film. Ein Film, der oberflächlich gesehen eine ganz einfache Geschichte erzählt, jedoch unter dieser Oberfläche mit sehr netten Einfällen und Kniffen zu glänzen weiß. Jarmusch und Murray, sowie ein ganzer Haufen bekannter Schauspieler, spielen mit der Erwartungshaltung des Zusehers, um ihn dann gänzlich zu enttäuschen. Niemals tritt eine erlösende Szene ein, vielmehr stellt Jarmusch uns kleine Fallen, in die wir durch unsere Phantasie blind hineinlaufen.
Jarmusch setzt dabei auf kleine dramaturgische und optische Kniffe, die beim Zuseher ganz bestimmte Reaktionen hervorrufen sollen. So lässt er durch subjektive Erzählweise verschiedene junge Männer zu Dons Sohn werden, um gleich darauf diese Theorien wieder über den Haufen zu werfen. Das ist das Außergewöhnliche an diesem Film. Die Szenen mit Sharon Stone und anderen Stars verkommen dabei nur zu Füllmaterial, das zwar nett, aber bei weitem nicht so überzeugend herüber kommt wie der Rest des Filmes.
Und trotzdem fragt man sich beim Abspann, was die beiden, nämlich Jarmusch und Murray, als nächstes machen werden, denn langsam werden ihre immer gleichen Arbeitsweisen etwas langweilig. Vielleicht wäre ein ultrabrutaler Science-Fiction Film ja das passende, aber das würde ihnen wieder keiner abnehmen. Das Star-Dasein hat auch seine negativen Seiten. Seufz.
Zitat
Don Johnston [to Lolita]: That was quite an outfit you weren't wearing earlier.