Sophie, die den Hutladen ihres verstorbenen Vaters betreibt, wird durch den, auf der Flucht befindlichen Zauberer Hauro aus einer unangenehmen Situation befreit. Noch verwirrt durch die Begegnung mit dem attraktiven Hauro, wird sie von einer eifersüchtigen Hexe in eine 90-jährige verwandelt.
Beim Bemühen, den Fluch aufzuheben, heuert sie, geleitet durch eine höchst lebendige Vogelscheuche, im Zuhause Hauros (einem mechanischen, wandelnden Schloss) als Haushaltshilfin an. Sie bringt neuen Wind in das Haus, das neben Hauro auch Zauberlehrling Markl und den Feuerteufel Calcifer beherbergt. Gefangen im Körper einer 90-jährigen beginnt sie Hauro immer mehr zu lieben. Als sich die Welt um sie herum zunehmend in einen sinnlosen und grausamen Krieg verwickelt und auch die Zauberer in die Pflicht genommen werden, ist die Zeit gekommen, ihre Liebe zu beweisen...
Hayao Miyazaki wird auch gerne als "Walt Disney" Japans bezeichnet. Er begann seine Karriere als Zeichner, unter anderem arbeitete er an der Kinderserie "Heidi" mit und leitet seit einiger Zeit das berühmte Studio Ghibli, das bekannteste Animé-Studio.
Mit
Das wandelnde Schloss schließt Myazaki an seine bisherige Thematik an. Abseits der im Vordergrund stehenden Liebesgeschichte von Sophie und Hauro, widmet sich der Film dem Spannungsverhältnis von Zivilisation und Natur. Dem Krieg zwischen den beiden Staaten, der als ernsthafte Störung eines kosmischen Gleichgewichtes erscheint, steht die Welt der unberührten Natur, personalisiert durch Geister, Dämonen und Zauberer, gegenüber.
Der Gegensatz klang ja eigentlich schon in Heidi an, der Geschichte vom Naturkind, dass in die Stadt kommt und für seine gelähmte Freundin Klara schlussendlich die Heilung bringt.
Die meist jugendlichen Helden Miyazakis und ihre Probleme stehen immer in diesem Spannungsverhältnis: Ob Ashitaka in
Prinzessin Mononoke, dessen Welt durch die Erfindung des Schießpulvers und extensiven Erzabbau aus dem Gleichgewicht gebracht ist, und der mitten in den Konflikt zwischen alten Göttern und moderner Welt hineingestoßen wird, oder in
Chihiros Reise, das auf das moderne, konsumorientierte Japan abzielt: Es liegt an dem Helden, die Sünden der Zivilisation wieder gut zu machen.
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| Hauros Schloss zieht über die bergige Landschaft |
Das wandelnde Schloss beginnt zunächst als einfache Liebesgeschichte: Sophie trifft durch Zufall den Zauberer, der als Brecher junger Herzen stadtbekannt ist, und wird dafür von der Hexe völlig überzogen bestraft. Als sich die Personen und Beziehungen entfalten, etwa die problematische Persönlichkeit Hauros, der an seiner eigenen Eitelkeit und der Weigerung, Verantwortung zu übernehmen leidet, nimmt der Film aber eine Tiefe an, die klar macht, warum Zeichentrick nicht gleich Kinderfilm ist.
Das wandelnde Schloss mit Themen wie Verantwortung und der Schwierigkeit, Partei ergreifen zu müssen, zeichnet die Personen und ihre Interessen abseits eines Gut-Böse Schemas. Dieser intelligente Humanismus macht den Film auch für Heranwachsende wichtig und nötig: Es eröffnet die Möglichkeit, eine komplexe Gegenwart, die sich nicht auf Gut und Böse vereinfachen lässt, zu verstehen.
Als sich gegen Ende alles - soviel sei verraten - in Wohlgefallen auflöst, fällt leider die Logik ein wenig unter den Tisch. Spannend, humorvoll und abwechslungsreich bleibt es aber, wie im restlichen Film, trotzdem.
Fazit:
Das nette, in typischer Animé-Optik gehaltene Märchen gefällt durch humorvolle Sidekicks und Einfälle, die lebensnahe Zeichnung der Personen, und vermittelt eine posivite Botschaft. Das etwas verworrene Ende stört nicht wirklich. Wer Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise mochte, wird einen netten Abend im Kino verbringen.