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Do you Hoodoo?
Kühle Gruselschauer aus den heißen Südstaaten mit Star-Besetzung. Und ein falsch übersetzter Titel. Denn eigentlich ist ein „skeleton key“ ja bloß ein Generalschlüssel, der rein theoretisch alles aufsperren sollte - auch das Hoodoo-Zimmer am Dachboden.


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Aus dem tiefen Süden berichtet Julia Pühringer

Die junge Krankenpflegerin Caroline Ellis (Kate Hudson) wird vom Anwalt des alten Ehepaares Devereaux (Gena Rowlands, John Hurt) aus New Orleans engagiert. Sie soll die Gattin bei der Pflege des nach einem Schlaganfall im Rollstuhl befindlichen und seiner Sprache verlustig gegangenen Ehemanns unterstützen. Caroline bekommt einen Schlüssel für alle 30 Zimmer der spiegellosen Kolonial-Villa, und doch sind ihr manche Vorkommnisse im Haus nicht zugänglich - offensichtlich wollen die Schatten der geheimnisvollen Vergangenheit nicht in Frieden ruhen. Und natürlich ist nichts, wie es scheint.

Kritik
Das Böse kommt aus New Orleans, Louisiana – das wissen wir spätestens seit Angel Heart. Und doch gelang es Regisseur Iain Softley, aus einem alten Thema (zumindest fast) das Bestmögliche rauszuholen – wozu die Besetzung nicht unwesentlich beiträgt. Die formidable Gena Rowlands als voreingenommene Violet Devereaux findet in Kate Hudson eine ihr durchaus ebenbürtige Gegenspielerin. John Hurt beweist, dass auch eine so gut wie textlose Rolle eine Herausforderung ist, während Peter Sarsgaard sich im redegewandten aalglatt sein übt, was ihm nicht schlecht zu Gesicht steht. Und sollte jemandem der seltsame Tankstellenbesitzer bekannt vorkommen: es handelt sich um Jim Jarmusch-Liebling Isaach De Bankolé, bekannt aus Coffee and Cigarettes, Ghost Dog und Night on Earth.

Der Ort der Handlung bietet den perfekten Rahmen für Horror: Das spanische Moos der Bäume im Südstaatensumpf findet sich auf den Tapeten der Villa wieder, alles ist feucht und morsch – innen wie außen. Auch die zig Heiligenbilder und –Statuen im Haus können das Böse nicht verhindern und sind nur stumme Zeugen einer unausweichlichen, weil gut geplanten Spirale des Unheils.
Natürlich finden sich jede Menge überstrapazierte Requisiten aus dem Horrorfundus: Tierpfoten, Alligatoren-Schädel und was man sonst für Hoodoo so braucht; krachende Blues-LPs (das mangelnde Potential von CD-Spielern oder gar MP3-Playern für Rituale in einer Gegend mit hoher Luftfeuchtigkeit ist offensichtlich),  die unverzichtbare blinde Seherin, jede Menge Zugwind, Blitz, Donner und Regen mit den obligatorischen wallenden Vorhängen sowie der mengenmäßig feuerschutzpolizeilich unkorrekte Einsatz von Kerzen.
Vor dieser Kulisse muss sich Caroline mit dem alten Ehepaar auseinandersetzen: Violet kann sie nicht leiden ("She’s not gonna understand the house") und der hilflose Ehemann Ben will ganz offensichtlich nach dem Schlaganfall, der ihn ausgerechnet am Dachboden ereilt hat, nur weg von hier.
Aber kein Horror ohne ein bisschen Pop-Psychologie: So hat Caroline Ellis ' Pflegerinnendasein natürlich einen Grund in ihrer Vergangenheit: während sie einem lustigen Leben frönte (ihre Beschreibung weckt Erinnerungen an Almost Famous), starb ihr Vater, bevor sie sich um ihn kümmern konnte.
Um Ben zu helfen, beschäftigt sich Caroline mit den Anwendungen von Hoodoo, einer amerikanischen Volksmagie, und versucht die Geheimnisse des Hauses (und des Ehepaares) aufzudecken, wobei sie die Kamera gekonnt bei ihren heimlichen Streifzügen durchs Haus begleitet – mal auf Höhe der Füße, aus der Vogelperspektive oder durch ein Türschloss. Und plötzlich bekommt "daran glauben" mehr Bedeutungen, als ihr lieb ist.
Alles in allem eine gut gemachte Abwechslung nach den allenfalls mittelguten Teenager-Splatter-Filmchen oder den „am Ende ist doch alles ganz anders“-Machwerken á la The Sixth Sense. Denn das Ende ist zwar relativ überraschend, aber angenehmerweise nicht aufgesetzt. Da bleiben nur mehr zwei Fragen: wo findet man in Louisiana einen funktionierenden knallroten VW-Käfer? Und bekomme ich Ziegelstaub auch beim Baumarkt?


Trivia - Geschichten und Gschichterln
Kate Hudson litt sehr unter den Gelsen; da sie gerade stillte, konnte sie keine Lotions dagegen verwenden. Die restliche Crew befand sich unfairerweise meistens unter Moskitonetzen.

Der vielseitige Regisseur Iain Softley war auch verantwortlich für K-PAX, The Wings of the Dove und Backbeat.

Das Drehbuch schrieb Horror-Spezialist Ehren Kruger, er arbeitete auch an The Ring 1+2, Scream 3, Arlington Road (ein besonders guter Fall von bösem Ende) und Reindeer Games mit.


Zitat
Violet Devereaux: “I do smoke a lot and I enjoy it very much.“

Violet Devereaux: “Be good to my husband, be good to his house.”

Luke: “My family is superstitious too, we’re called Baptists.“

Offizielle Website
http://www.theskeletonkeymovie.com/