Christian (Ulrich Thomsen) eröffnet der versammelten Sippe bei der Geburtstagsfeier seines Vaters Helge (Henning Moritzen), dass er und seine Schwester als Kinder von diesem regelmäßig missbraucht wurden.
Thomas Vinterberg, neben Lars von Trier Haupt-Mitverfasser des Dogma 95 Manifests, spaltet in Das Fest (Originaltitel: Dogme # 1 - Festen) die kleinste Zelle der Gesellschaft gnadenlos auf: drastisch, real, ohne den starren Normenglauben seines Regiebruders. Die heuchlerische Intimität und Engstirnigkeit der Familie, getragen von Handkamera und grobkörnigem Videobild, explodiert inmitten von wackeligen Lügengebäuden, rassischen und sexistischen Vorurteilen. Es wird so lange Normalität vorgespielt, bis es nicht mehr geht. Der innere Gefühls-Stau findet irgendwann seinen Befreiungsschlag in hemmungslosen Gewaltausbrüchen.
Wie Das Fest überhaupt eine einzige Katharsis ist, bei der zum Schluss nur noch das außenstehende Servierpersonal „normal“ da steht. Und zeigt, dass man zwar Abstand gewinnen, sich aber niemals von seiner Familie lösen kann.