Meine Güte, sind die schön... - Der erste Gedanke, der in den Sinn kommt, wenn
Angelina Jolie und
Brad Pitt so nebeneinander in zwei Sesseln sitzen, trifft gleich den Kern des Films: Bevor noch vollkommen klar ist, wo sie sitzen und warum, wird hier schon die neue Idealkonstellation Hollywoods inszeniert.
Daran soll sich im Verlauf von
Mr. & Mrs. Smith wenig ändern: Wie beiläufig spult sich die Geschichte von zwei Profikillern, denen die brave Zweit-Identität auf den Kopf fällt, ab, während sämtliche Aufmerksamkeit dem Ziel gilt, die brodelnde Chemie zwischen den beiden einzufangen. Alle Geheimnistuereien, Kämpfe und Unterhaltungen reihen sich dabei unweigerlich zu einem zwei Stunden langen Fotoshooting zusammen, bei dem die Models
Pitt und
Jolie vor wechselnden Hintergründen in wechselnder Designerkleidung nicht nur für Autos, Uhren und Mineralwasser die Werbetrommel rühren, sondern so ins Bild gerückt werden, dass jede Einstellung wie gemacht erscheint, demnächst auf einer Jugendzimmerwand zu landen.
Der einzige, der in ihrer Umlaufbahn seine Arbeit als komisches Beiwerk verrichten kann, ist
Vince Vaughn als paranoider Auftragsmörderkollege. Er ist Teil dessen, was Regisseur
Doug Liman benutzt, um seine Version einer Screwball-Komödie aufzuziehen - ein
Warum hab ich ja gesagt? mit großkalibrigen Waffen. Sein Paar, das
Gregory Peck und
Lauren Bacall von der Ausstrahlung her nicht das Wasser reichen kann, macht diesen Nachteil mit schärferen Dialogen und besserer Körperformung wett. Gezupfte Geigen kennzeichnen so manche mordslustige Neckerei, damit auch ja jeder weiß, dass sie lustig gemeint ist. Und auch optisch setzt sich der Wunsch nach Pointen fort: Wenn
Angelina ihr Arsenal aus dem Herd holt und
Brad seines aus dem Geräteschuppen, geht der Spott auf Kosten traditioneller Rollenverteilungen.
Spätestens an diesem Punkt beginnt der Film, Potenzial aufzubauen, um gehasst zu werden. Nicht das Duell zweier Profikiller oder der Ehekrieg zweier frustrierter Menschen geschieht hier; Unter schallendem Gelächter muss alles, was alltäglich, bürgerlich und durchschnittlich ist, her halten, um durch den Kakao gezogen zu werden. Ob religiöse Eiferer, Nachbarn oder Einrichtungshäuser: Die Normalität ist dumm und nur dazu da, geschunden, durchsiebt und in die Luft gejagt zu werden. Dass zwei hier einen Kick daraus ziehen und in Actionszenen auch ganz gut ins Licht gerückt werden, mag zwar zwischendurch ansprechen - man lacht ja gerne mal über sich selbst; Im Grunde bleibt
Mr. & Mrs. Smith aber nur eine mittelmäßige Ablenkungsaktion von dem Nichts dahinter.