Suche: Suche abschicken


Pin-Ups mit Knarren
Ein männliches und ein weibliches Argument hat Doug Limans Komödie rund um eine außergewöhnlich gut bewaffnete Ehekrise. Hält aber das filmische Gerüst, das die neue Hollywood-Traumpaarung tragen soll?


Werbung

durchgeladen hat Thomas Taborsky

Alles begann, als John Smith (Brad Pitt) bei einem heiklen Einsatz eine Frau zur Tarnung brauchte. Glücklicherweise schneite just in dem Moment Jane (Angelina Jolie) in die mittelamerikanische Bar hinein...
Ein paar Jahre später ist die Aufregung verflogen; John und Jane Smith leben in einem Vorort ein recht luxuriöses, aber fades Leben. Wenn da nicht ihre zweiten Existenzen wären: Beide arbeiten als Profikiller für konkurrenzierende Agencies. Als sie auf das selbe Ziel angesetzt werden, dämmert ihnen langsam, dass es vielleicht besser wäre, dem gar nicht mehr so langweiligen Ehepartner doch die Kehle aufzuschlitzen - bevor der es tut.

Kritik
Teures Porzellan......und Küchenutensilien wieder einmal zweckentfremdet. (Fotos @ Kinowelt)
Meine Güte, sind die schön... - Der erste Gedanke, der in den Sinn kommt, wenn Angelina Jolie und Brad Pitt so nebeneinander in zwei Sesseln sitzen, trifft gleich den Kern des Films: Bevor noch vollkommen klar ist, wo sie sitzen und warum, wird hier schon die neue Idealkonstellation Hollywoods inszeniert.
Daran soll sich im Verlauf von Mr. & Mrs. Smith wenig ändern: Wie beiläufig spult sich die Geschichte von zwei Profikillern, denen die brave Zweit-Identität auf den Kopf fällt, ab, während sämtliche Aufmerksamkeit dem Ziel gilt, die brodelnde Chemie zwischen den beiden einzufangen. Alle Geheimnistuereien, Kämpfe und Unterhaltungen reihen sich dabei unweigerlich zu einem zwei Stunden langen Fotoshooting zusammen, bei dem die Models Pitt und Jolie vor wechselnden Hintergründen in wechselnder Designerkleidung nicht nur für Autos, Uhren und Mineralwasser die Werbetrommel rühren, sondern so ins Bild gerückt werden, dass jede Einstellung wie gemacht erscheint, demnächst auf einer Jugendzimmerwand zu landen.

Der einzige, der in ihrer Umlaufbahn seine Arbeit als komisches Beiwerk verrichten kann, ist Vince Vaughn als paranoider Auftragsmörderkollege. Er ist Teil dessen, was Regisseur Doug Liman benutzt, um seine Version einer Screwball-Komödie aufzuziehen - ein Warum hab ich ja gesagt? mit großkalibrigen Waffen. Sein Paar, das Gregory Peck und Lauren Bacall von der Ausstrahlung her nicht das Wasser reichen kann, macht diesen Nachteil mit schärferen Dialogen und besserer Körperformung wett. Gezupfte Geigen kennzeichnen so manche mordslustige Neckerei, damit auch ja jeder weiß, dass sie lustig gemeint ist. Und auch optisch setzt sich der Wunsch nach Pointen fort: Wenn Angelina ihr Arsenal aus dem Herd holt und Brad seines aus dem Geräteschuppen, geht der Spott auf Kosten traditioneller Rollenverteilungen.
Spätestens an diesem Punkt beginnt der Film, Potenzial aufzubauen, um gehasst zu werden. Nicht das Duell zweier Profikiller oder der Ehekrieg zweier frustrierter Menschen geschieht hier; Unter schallendem Gelächter muss alles, was alltäglich, bürgerlich und durchschnittlich ist, her halten, um durch den Kakao gezogen zu werden. Ob religiöse Eiferer, Nachbarn oder Einrichtungshäuser: Die Normalität ist dumm und nur dazu da, geschunden, durchsiebt und in die Luft gejagt zu werden. Dass zwei hier einen Kick daraus ziehen und in Actionszenen auch ganz gut ins Licht gerückt werden, mag zwar zwischendurch ansprechen - man lacht ja gerne mal über sich selbst; Im Grunde bleibt Mr. & Mrs. Smith aber nur eine mittelmäßige Ablenkungsaktion von dem Nichts dahinter.

Zitat
Jane: „Five, four - Any last words?“
John: „New curtains are hideous.“

Jane: „Yo still alive, baby?“

Jane: „Why do I get the girl gun?“

John: „We 'll have to re-do every conversation we ever had.“
Jane: „I 'm jewish.“

Jane (nachdem sie versehentlich John ein Messer ins Bein geworfen hat): „Sorry...“
John: „We 'll talk...“
Homepage des Films
http://www.mrandmrssmithmovie.com/