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Zweifelhafte Superhelden
Der x-te Versuch einer Comic Verfilmung: Und wieder einmal wird die Welt gerettet....


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Keineswegs fantastisch, befand: Marlene Erlacher

Dr. Reed Richards (Ioan Gruffudd) ist ein genialer Erfinder, Astronaut und Wissenschaftler. Der helle Kopf will unbedingt eine Expedition ins Weltall starten, um im Zentrum eines kosmischen Sturms den menschlichen Gencode zu entschlüsseln. Sein Vorhaben droht jedoch durch Finanzierungsprobleme zu scheitern und lässt sich nur mit Hilfe seines alten Erzrivalen und ehemaligen College-Kollegen Victor von Doom (Julian McMahon) umsetzen. Gemeinsam mit seinen Kollegen Ben Grimm (Michael Chiklis), seiner recht ansehnlichen Ex – Freundin Sue Storm (Jessica Alba) und deren Bruder Johnny Storm (Chris Evans) ist das Team komplett, und der Expedition samt Victor von Doom steht nichts mehr im Wege. Doch während der Expedition geht einiges schief: Der kosmische Sturm nähert sich mit einer viel zu hohen Geschwindigkeit, und bevor sich die Mannschaft retten kann, wird die gesamte Raumstation von kosmischer Strahlung eingehüllt. Durch die Strahlungseinwirkung wird die DNS der Astronauten verändert, und die Crewmitglieder mutieren durch die kosmische Strahlung genetisch: Dr. Richards hat plötzlich einen elastischen Körper und kann sich in jede erdenkliche Form bringen, während Sue Storm die Gabe besitzt, unsichtbar zu werden. Ihr Bruder wiederum kann seinen ganzen Körper in Flammen setzen, doch Ben übertrifft sie alle: Er verwandelt sich in eine übermenschliche, starke Kreatur, die Muskeln aus Stein besitzt. Das ist die Geburtsstunde von Mr. Fantastic, Invisible Woman, Human Torch und The Thing. Gemeinsam sind sie die Fantastic Four, und sie wollen den üblen Machenschaften von Victor Van Doom endlich ein Ende setzen.

Kritik

Es gibt schon einige gute Comicverfilmungen, dass will an dieser Stelle nicht außer Acht gelassen werden: Man beachte hier zum Beispiel Sam Raimis Spider-Man. Doch kann Fantastic Four mit anderen Comicverfilmungen mithalten und als gelungener Sommer-Blockbuster bezeichnet werden?

Wenn man sich Fantastic Four im Kino ansieht, dann erwartet man sich als Zuseher sicherlich viel Action, was ja zu einer Comicverfilmung dazugehört. Wenn aber lahme Actionszenen von noch weniger gelungenen Stuntszenen und wahnsinnig „cooler“ Rock Musik unterbrochen werden, dann darf man als Comic-Fan schon enttäuscht sein. Das kann nebenbei auch verwundern, da dem Produzententeam von Fantastic Four doch einige namhafte Menschen der Filmindustrie angehören: Neben Bernd Eichinger (Der Untergang, Resident Evil) produzierten Chris Columbus (Harry Potter und der Stein der Weisen) und Avi Arad (Spider-Man, X-Men), außerdem fungierte Comic-Erfinder Stan Lee (Spider-Man, Hulk) als Executive Producer.

So wird man wieder einmal mehr belehrt, weil: Kino - Regel Nr. 1: „Nicht alles was große Hollywood–Menschen fabrizieren, sollte auch für gut befunden werden!“ Das kann an diesem Punkt ein weiteres Mal unter Beweis gestellt werden, und zwar mit der Mutation von Ben Grimm alias "The Thing". Spätestens an der Stelle des Films, an der „The Thing“ auftaucht, sollte man sich als Zuseher wirklich die Frage stellen, was zum Teufel hier los ist, denn bei der Figur ist wohl einiges daneben gegangen. Eigentlich soll dieses Geschöpf ja ein wenig Angst einjagen, was aber durch eine komische, kaffeebraune, schildkrötenähnliche Panzergestalt nicht erreicht werden kann.

Außerdem: Nicht nur die Action-Szenen und die Special Effects lassen zu wünschen übrig, auch die Handlung überzeugt nicht. Bis das Forscherteam endlich mutiert, vergeht der halbe Film, ohne das sich viel tut, und die restliche Hälfte wird der Vernichtung von Victor von Doom gewidmet. Am Ende, oh Wunder, gibt es einen netten Hollywoodkuss zwischen Dr. Reed Richards und Sue Storm – und: Das war´s!


Trivia - Geschichten und Gschichterln
Marvel entwickelte sich aus dem in den 1930er Jahren gegründeten Verlag Timely Comics, der während des Zweiten Weltkrieges die Abenteuer von Superhelden wie der Human Torch, dem Sub-Mariner oder Captain America serialisierte. In den frühen 60er Jahren setzte der Verlag, inspiriert von DC Comics, auf die Wiederbelebung von Superhelden. Ein Beispiel dafür ist die Superhelden-Renaissance von „Flash“, der im deutschsprachigen Raum als „Roter Blitz“ bekannt wurde. 1961 leiten die Comic Legenden Stan Lee und Jack Kirby mit den „Fantastic Four“ das Marvel-Zeitalter der Comics ein. Die „Fantastic Four“ erreichten, mit über 60 Millionen verkauften Comics weltweit, Kultstatus.
http://fantastic4.film.de