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I see blood, so much blood!
Horror-Regisseur Wes Craven lässt nach fünf Jahren Pause einen etwas in Vergessenheit geratenen Protagonisten des Genres aufmarschieren: Cursed bietet den langweiligsten Werwolf seit, na ja, seit einigen Vollmonden jedenfalls.


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eine Kritik von David Krems

Kritik
Mit den Wölfen heulen – Ein Comeback-Versuch

Regisseur Wes Craven dreht seit den 70er Jahren Beiträge zum Horrorfilm. Mit A Nightmare on Elm Street (1984) oder The Last House on the Left (1972) kann man ihm Genre-Klassiker ebenso zurechnen wie die Neuorientierung des Horrorfilms im Zuge der Scream-Triologie. Mit gewitzt in die Handlung eingeflochtenen Referenzen an bekannte Horrorstreifen sorgte Scream Ende der Neunziger für eine kleine Renaissance des Genres: zwei Horrorfilm-Freaks testeten ihren Bekanntenkreis nach thematischer Sattelfestigkeit ab. Wer die Antwort wusste, blieb ungeschoren; Wer jedoch daneben schlug, dem lauerte alsbald der Mann mit der verzogenen Plastik-Maske auf. Die Sache wurde ein Erfolg, zwei Fortsetzungen und zahllose Nachahmungsversuche inklusive. Nach rund fünf Jahren Pause legt Wes Craven nun seine neueste Arbeit zum Thema vor. Und um es gleich vorweg zu sagen: Im Vergleich zu dem, was horrormäßig in Hollywood gerade so angesagt ist, nimmt sich Cursed ziemlich unspektakulär aus - um es mal freundlich zu formulieren...
 
Beware of the moon – ein paar Zeilen zur Handlung
 
Sogar für ihre ausgefallene Lage finden Ellie (Christina Ricci) und Jimmy (Jesse Eisenberg) ein Handbuch...Bei einem Autounfall werden mehrere Personen von einem Werwolf (ja genau: dieses zottelige, ungemütliche Tier, das verstärkt in Vollmondnächten auftaucht) angefallen und beginnen alsbald zu ebensolchen Bestien zu mutieren. Dieser unangenehme Mutationsprozess kann freilich nur gestoppt werden, wenn dem bösen Oberwerwolf das Fell über die Ohren gezogen wird. Wenn man über solch grundlegendes Wissen im Umgang mit Werwolfinfektionen nicht selbst verfügt, dann kann man es im Leitfaden für angehende Werwölfe nachschlagen. So macht das dann auch der kleine Jimmy (Jesse Eisenberg), der aber gleichzeitig ein ambivalentes Verhältnis zum Werwolf-Dasein entwickelt, denn das plötzliche stark sein, das kommt bei den Mädels mächtig gut an. So kann er nämlich nicht bloß dem Oberlausbuben der Schule die Freundin ausspannen, sondern diesen auch noch als verkappten Homosexuellen outen: die Wandlung zum Werwolf als allbekannte Metapher der Adoleszenz. Einen Höhepunkt erreicht das Gleichnis sodann in dem dummdreisten Wortwechsel: "I am not gay, i am cursed". Response: "I know, it fells like..." Eingefallen dürften solch tiefsinnige Dialoge dem Drehbuchautor Kevin Williamson sein, der auch schon die Scream-Trilogie erdacht hat. Aber genug davon. Lieber zurück zu Jimmy und seinen spätpubertären Problemen. Der junge Mann ist in der Zwischenzeit nämlich drauf gekommen, dass die Werwolf-Sache doch nicht so der Hit ist (zu viel Köperbehaarung, furchtbare Mundhygiene, ständig schlechte Laune). Also beschließt er gemeinsam mit seiner Schwester Ellie (Christina Ricci, ja, die spielt auch mit), den bösesten aller Werwölfe zu erlegen. Und wer das ist, das soll dann die große Überraschung des Filmes sein. In Wahrheit dürfte es freilich so ziemlich jeder Kinobesucher alsbald erraten habe. Vermutlich sogar noch bevor das Popcorn zur Neige geht.

Alles in allem bleibt Cursed eine nicht nur mäßig spannende, sondern auch mäßig unterhaltsame Angelegenheit, die – Vollmond hin oder her – kaum für lang anhaltende Schlafstörungen sorgen dürfte.