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Tierische Reiseerlebnisse
Begleiten Sie vier animierte Zooinsassen aus dem (Großstadt-)Dschungel New York in den (Insel-)Dschungel Madagascar – und wieder zurück.


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Als blinder Passagier mitgereist ist Reinhard Bradatsch

Zebra Marty, Insasse des New Yorker Zoos, feiert Geburtstag. Doch es will keine Feierstimmung aufkommen bei dem sonst so lebenslustigen Vierbeiner. Da helfen selbst die Aufheiterungsversuche seines Gehegenachbarn, dem Löwen Alex, nichts. Schließlich kann er mit Marty’s Gedanken an eine Welt außerhalb des Zoos nicht so recht etwas anfangen.
Es kommt, wie es kommen muss: Marty flüchtet. Alex und seine beiden Kumpels, die Giraffe Melman und Nilpferddame Gloria, machen sich auf die Suchen nach dem Abtrünnigen. In der Grand Central Station hat das Abenteuer ein Ende – zumindest vorläufig: Die vier werden umstellt und sollen per Schiff in einen afrikanischen Nationalpark verfrachtet werden. Doch den vier Großstadt-Viechern gelingt dank der hinterfotzigen Pinguine die Flucht. Alex, Marty, Melman und Gloria werden auf eine unbekannte Insel gespült. Madagascar!

Kritik

In Madagascar hat sich Dreamworks an seinem Star, Oger Shrek orientiert: Querverweise auf Filmhits (Titanic, Cocktail, American Beauty) und freche Sprüche finden sich hier im Minutentakt. Manche der witzigen Figuren sind dabei direkt ihren menschlichen Vorbildern aus dem Film entlehnt: Für Zebra Marty musste etwa wieder mal Stadtneurotiker Woody Allen herhalten. Marty hat die gute Laune seiner Kumpels satt, die allesamt in einer Art Fünf Sterne-Hotel für Tiere residieren. Klar, dass irgendwann die Sehnsucht nach einer anderen Welt die Oberhand gewinnt – zumindest bei Geburtstagskind Marty.
Was als holpriger Ausbruchsversuch beginnt, der zwischendurch an New Yorks größtem Bahnhof in Actionfilm-Manier gestoppt wird, entwickelt sich zum bahnbrechenden „Sea-Movie“. Durch ein Wendemanöver fallen die in Kisten verfrachteten Freunde ins Meer und finden sich auf dem naturbelassenen Eiland Madagascar wieder.

Aus dem Dschungel in den Dschungel

Die vier Abenteurer erkunden die InselDie vier sind in der Fremde plötzlich den Herausforderungen der Wildnis ausgesetzt: keine Steaks, kein Sonnenstudio (!), wie Alex, Marty, Melman und Gloria es vom Tiergarten gewohnt waren. Der Überlebensinstinkt wird zum wichtigsten Begleiter, und die ursprünglichen natürlichen Eigenschaften der verniedlichten Wildtiere brechen heraus. Die Bekanntschaft mit den Inselbewohnern, den zum Partyfeger „I like to move it“ abtanzenden Lemuren, führt zur Erkenntnis, dass es in der Natur nicht wie im Schlaraffenland zugeht. Und die „New York Giants“, wie sie von den pelzigen Ureinwohnern genannt werden, müssen sich erst mühsam Respekt verschaffen. Vor allem Alex muss mit seiner plötzlichen Rolle als Raubtier umgehen lernen. Bis die Sehnsucht nach Hause doch wieder Überhand gewinnt...

Sqash and Stretch

Wie beim Grundthema „Zurück zu den Wurzeln” haben sich auch die Computer-Spezialisten eher am altbackenen (Zeichentrick-)System orientiert: Madagascar lässt die gute alte Comic-Tradition des „squash and stretch“ aufleben, bei dem sich die mit der Hand gezeichneten Charaktere noch nach Lust und Laune strecken und verformen konnten. Die Slapstick-Splitter, die in Höchsttempo die Stars hinter dem Mikro (neben Chris Rock die Schauspieler Ben Stiller, David Schwimmer und Jada Pinkett Smith) zu sprachlichen Geschwindigkeitsrekorden treiben, sind hauptverantwortlich für den Spaßfaktor des Films. Und – natürlich – die Pinguine: Regisseur Eric Darnell plante ursprünglich eine animierte Rock-Satire im Stile von A Hard Day’s Night. Zumindest die Protagonisten des gescheiterten Projekts, vier schlitzohrige Pinguine (in der deutschen Fassung übrigens von der Rap-Combo "Die Fantastischen 4" gesprochen), überlebten und sorgen nun als kriminelle Ausbrecher für die lautesten Lacher.

In Summe ist Madagascar – im Gegensatz zum Vorjahresflop Große Haie, kleine Fische – für Kinder genau das Richtige - die zentralen Botschaften Freundschaft und Zusammenhalt werden auf dankbar lockere Weise vermittelt; und es ist auch nicht notwendig, alle Filme, über die sich das neueste Dreamworks-Produkt lustig macht, zu kennen. Die Kleinsten werden ihren Spaß an den sympathischen Figuren haben!
Die holprigen Genreparodien und gekünstelte Anleihen an der Populärkultur werden die erwachsenen Zuschauer hingegen eher fadisieren.

Aber: Muss man es immer allen recht machen?


Trivia - Geschichten und Gschichterln
In der deutschen Fassung sprechen die Comedians Jan Josef Liefers (Alex), Rick Kavanian (Marty), Bastian Pastewka (Melman) und Claudia Urbschat-Mingues (Gloria) die Hauptrollen.

Zitat
Marty: "Doesn't it bother you that you Don't know anything about life outside the zoo?"

Marty: "The penguins are going, so why can't I?"
Alex: "Marty, the penguins are psychotic."

Pinguin Kowalski: "Should we tell them the boat's out of gas?"
Pinguin Skipper: "No. Just keep waving."
Offizielle Website zum Film
http://www.madagascar-themovie.com/