Es gibt unglaubliche Dinge. Es gibt unbeschreibliche Gefühle. Es gibt mitreissende Bilder… Und es gibt unverfilmbare Bücher. Dies ist wieder ein Beitrag zu letzterem, denn was Scharen von Herr der Ringe-Buchfans und Harry Potter– Leseratten schon in Ansätzen erlebt haben, kommt nun auf die eingeschworene Fangemeinde des Douglas Adamschen Universums zu. Ein Film, der zwar erfrischend nahe am Inhalt der vierteiligen Hitchhiker’ s Guide to the Galaxy - Buchreihe konzipiert wurde, aber dennoch jeden Leser derselben in regelmäßigen Abständen laut seufzen lässt. Es rohrkrepieren die genialsten Sager, es fehlt den Vogonen an poetischem Witz, es verliert sich dieses skurril- fantastische Geflecht des Universums in einem Wirrwarr an angefangenen und ins Nichts führenden Handlungssträngen.
Gut, zugegeben: Den Stil der kultigen Monty Python–Filme aus den 70er und 80er Jahren durch eine gezielt billige Produktion zu imitieren, ist angesichts des Humors passend und very british. Nicht zuletzt stammen auch die ersten Hörspiele von Adams aus dieser Zeit. Zusammen mit den Special Effects im Weltraum á la Star Wars und den sabbernden Vogonen- Gummipuppen ist das Ganze komischerweise sogar stimmig. Doch in diesem Konglomerat an Stilrichtungen auch noch die Sprecherstimme aus Die fabelhafte Welt der Amélie einzusetzen und die Hintergrundinformationen aus dem Guide auch in derselben Art zu präsentieren, ist um eine Nuance zuviel abgekupfert.
Douglas Adams - er hatte zu Beginn bis zu seinem Tod 2001 noch an der Planung des Films mitgearbeitet - beauftragte den Regisseur Garth Jennings mit der Umsetzung des Films, und wie es scheint, hat sich dieser an bereits erfolgreichen Filmideen orientiert. Schade, eine Geschichte, ein Universum dieser Art und Artenvielfalt, hat solche Nachäffereien nicht nötig.
Der britische TV-Komiker Martin Freeman (als vom Pech verfolgter Erdmann Athur Dent), Zooey Deschanel (als Trillian) und Rapper Mos Def (als Ford Perfect, der coole Hitchhiker durch die Galaxis) liefern eine mittelprächtige schauspielerische Performance ab.
Eine neue und reichlich überflüssige Figur ist der charismatische Prophet und Sektenführer Humma Kavula (John Malkovich), der aber von Douglas selbst noch in den Entwurf des Films hinein gebastelt wurde. Einzig Sam Rockwell (Confessions of a dangerous mind) glänzt als exaltierter Zaphod Beeblebrox nicht nur vor lauter Bleaching aus dem Mund, sondern auch in seiner Rolle. Ebenfalls ein Lichtblick sind Marvin, der stets depressive Roboter mit EMP (Echtem Menschlichen Persönlichkeitsbild) und seine Kollegen, die seufzenden automatischen Schiebetüren.
Aber an alle, die noch nie mit dem Mythos Douglas Adams in Berührung gekommen und Per Anhalter durch die Galaxis gegondelt sind: Don’t Panic! Dieser Film soll Anstoß sein, sich weiter in dieses schräge Universum hineinzubegeben. Lest das Buch oder hofft auf das geplante Sequel! Oder beides. Es lohnt sich, denn wer einmal mit dem Adamschen Virus infiziert ist, kommt davon nicht mehr los.
So long, and thanks for all the fish.
Ein Tipp für alle, die per Anhalter durch die Galaxis reisen wollen: "Vergiss nie dein Handtuch!"