... schließlich bekommen sie ein großes Service inklusive Heißwachsen: Ein weiterer hochpolierter Beitrag zur Serie der Horror-Remakes.
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Eine Gruppe von Jugendlichen hat in unbekannter ländlicher Gegend eine Autopanne. Die nächst gelegene Stadt wirkt etwas ausgestorben und hat außer einem Wachsfigurenkabinett nicht viel an Attraktionen zu bieten. Dieses erweist sich jedoch größer als angenommen ...
Kritik
Wachs, das ist diese zähe, schnell stockende Flüssigkeit, die entsteht, wenn man Kerzen abbrennt. Wachs ist aber auch eine Chiffre für das Konservieren, das Festhalten von Schrift, Zeichen oder was auch immer. Im eindrucksvollsten Fall sind es freilich Lebewesen, die konserviert werden. Auch der Film ist ein Medium, das versucht, Leben festzuhalten. Bemüht man in diesem Zusammenhang den großen Kinodenker André Bazin, dann lässt sich Film gleichsam als Leichentuch verstehen, das sich über all das legt, was er abbildet. Eine schöne Metapher, die in Bezug auf die erste Verfilmung des Themas (von André De Toth, 1953) durchaus stimmig sein mag, in Hinblick auf das an Videoästhetik geschulte Remake jedoch seltsam antiquiert wirkt.
Vordergründig wird hier nicht viel mit Theorien geliebäugelt, hier wird in mittlerweile gewohnter Remake-Manier eine alte Geschichte in neue Formen gepresst. Denn nicht genug damit, dass in Hollywood Stoffe "fremden Ursprungs", also zum Beispiel asiatische oder europäische Filme, neu verwurstet werden, ist man bereits vor einiger Zeit an dem Punkt angelangt, an dem man in Sachen Remake auch fleissig aus dem eigenen Fundus schöpft. Dass dabei die politischen Kontexte - wie sie etwa für das Verständnis der B-Movies der 70er Jahre so relevant sind - wegfallen, ist nur eines der Probleme, mit denen sich die meist überästhetisierten Neuauflagen herumschlagen müssen.
Auch House of Wax legt sich selbst das eine oder andere Ei. So ist die Besetzung der blondschopfigen Paris Hilton freilich eine Sache, die im Moment der notwendigen PR auf die Sprünge hilft, sonst aber kaum etwas her gibt. Immerhin war man schlau genug, die Hotelerbin auf eine Nebenrolle zu beschränken, in der sie nicht viel mehr zu tun hat, als ab und zu leicht bekleidet an der Kamera vorbei zu huschen. Und die hochpeinliche Strip-Szene, na ja, reden wir nicht darüber... Und da wir schon beim Schweigen sind, dann soll hier auch nicht allzu lang über den Umstand verhandelt werden, dass sich die Sache mit den Videobildern, die - quasi in der Erzählung entstanden - irgendwann eben diese Erzählung fortsetzen, langsam ein alter Hut wird. Spätestens seit Blairwitch sollte man so etwas eigentlich nicht mehr machen dürfen.
Aber alles vergessen und vergeben. Wir haben es hier schließlich mit schlimmeren Problemen zu tun. Zum Beispiel mit den beiden wahnsinnigen Brüdern, die sich aufgemacht haben, ihr Wachsfigurenkabinett langsam zu einer Wachsfigurenstadt auszubauen. Dass das besonders für unerwartete Stadtbesucher unangenehm werden kann, liegt auf der Hand. Und der Umstand, dass sich Jugendliche, sind sie erstmal in die Falle getappt, nicht unbedingt schlau zu verhalten pflegen, macht die Sache für die jungen Leute nicht gerade besser. Abgezwickte Körperteile und zerschnipselte Sehnen zählen da zu den noch eher harmlosen Problemen. Schritt für Schritt reduziert sich also die Zahl der ungeladenen Stadtbesucher, und im Gegenzug erhöht sich die Population des leicht statisch wirkenden Örtchens. Irgendwann ist dann auch den letzten Überlebenden (ganz brauchbar: Elisha Cuthbert, so lala: Chad Michael Murray) klar, was hier gewachst wird; Und letztendlich muss es kommen, wie es kommen muss: Das ganze gestockte Zeug muss wieder flüssig werden. Schließlich hat der spanische Video-Regisseur Jaume Collet-Serra (der hier seinen Spielfilm Erstling vorlegt) auch ein paar Special Effects-Tüftler unter Vertrag genommen, und auch diese Leute wollen beschäftigt sein.
Was bleibt, sind ein paar hübsch inszenierte Grauslichkeiten und der sicher nicht uninteressanteste Beitrag in der Riege der Horror-Neuauflagen.
Trivia - Geschichten und Gschichterln