„Im Wort Gastronomie steckt auch das Wort Astronomie. Pfeffer ist warm und brennt wie die Sonne, Zimt ist süß und bitter wie die Venus und damit wie die Frauen…“: Eine solche und viele andere Lebensweisheiten werden dem Jungen Fanis von seinem Großvater auf seinem Lebensweg mitgegeben, welcher eben Gewürze als Leidenschaft auserwählt hat.
Drehbuchautor und Regisseur dieses kulinarischen sowie filmischen Werkes ist Tassos Boulmetis (Dream Factory, auch Produzent vieler Beiträge im griechischen nationalen Fernsehen), der mit diesem Film wohl ein bisschen seine eigene Lebensgeschichte aufarbeitet. Auch er wuchs in der Türkei auf und wurde 1964 aus dem Land, in dem er geboren wurde, vertrieben. Gerade dieser Umstand verleiht Zimt und Koriander einen mitreißenden und fantastischen Plot, welcher die Tragik in dieser Zeit perfekt an den Zuseher heranträgt. Doch wenn Sie jetzt glauben, dass der Film nur die damaligen Konflikte zwischen der Türkei und Griechenland bearbeitet, dann täuschen Sie sich: Diese griechische Produktion involviert Romantik und Freundschaft, Konflikte und gleichzeitig Familiensinn, was perfekt mit einer der schönsten Freizeitbeschäftigungen der Welt mariniert wird: dem Kochen.
Weiters hat sich Tassos Boulmetis während seiner Tätigkeit als Regisseur vor allem mit dem Metier der elektronischen Bildgestaltung und mit Spezialeffekten auseinandergesetzt, was auch durch eine fantasievolle Bildgestaltung auffällt. Trotz manchen dramaturgischen Durststrecken erzählt der Film eine rührende Geschichte über einen Menschen, der an einem Wendepunkt in seinem Leben steht, und der sich fragt, was er besser oder anders hätte machen können.
Ob man jetzt kochen kann oder nicht ist am Ende egal. Schließlich ist man mit den wesentlichen Ingredienzien des Lebens, wie Freundschaft, Liebe und ein wenig Humor sicherlich vertraut. Doch seien Sie gewarnt: Vor dem Kinobesuch sollten sie ausgiebig essen, ansonsten könnten sie mit zu lautem Magenknurren andere Zuseher stören...