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Der Brückenschlag
Im letzen Kapitel der Sternen-Saga geht es dorthin zurück, wo 28 Jahre zuvor alles begann. Die finale Tragödie um den Fall von Anakin Skywalker und die Geburt von Darth Vader muss sich dabei mit dem Kult um die gesamte Serie messen.


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betrachtet von Thomas Taborsky

In der Galaxis herrscht Krieg. Als Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) von General Grievous gekidnapt wird, gelingt es Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) und Anakin Skywalker (Hayden Christensen) in einer waghalsigen Rettungsaktion, den Politiker zu befreien. Dabei tötet Anakin auch - gegen den Kodex der Jedi - Count Dooku (Christopher Lee).
Bei der Rückkehr eröffnet ihm Padme (Natalie Portman), dass sie schwanger ist. Genau wie seine Heirat muss Anakin auch das verheimlichen, doch schlimmer: Im Schlaf plagen ihn Visionen vom Tod Padmes bei der Geburt des Kindes. Während Ani verzweifelt nach einem Weg sucht, seine Liebste vor diesem Schicksal zu beschützen, gerät er immer mehr zwischen den Rat der Jedi und seinen Freund, den Kanzler. Der erzählt ihm eines Tages von einem dunklen Sith-Lord, der so mächtig war, dass er Menschen sogar vor dem Tod beschützen konnte...

Kritik
Zwei naive Burschen sind das Zentrum von Star Wars: Anakin und Luke Skywalker. In den vergangenen sechs Jahren zeigte ihr Schöpfer George Lucas, wie der Vater im Gegensatz zum Sohn die falschen Schlüsse zog - wenn überhaupt welche - und dadurch den Weg einschlug, eine Actionfigur des Bösen zu werden - des Imperators Monster, um es mit der Frankenstein-Geschichte zu sagen, die, wie so vieles, in die Sternen-Saga eingebaut wurde, und bei der Geburt von Darth Vader unweigerlich in den Sinn kommt.
Der erste Schritt dieses Wesens, mehr Maschine als Mensch, durch seinen Herrn und Meister aller Freunde, seiner Liebe, des freien Willens - alles Guten - beraubt, musste einfach diese Wandlung und ihre erschütternde Gewalt bündeln. Lucas ist ein Meister des Zelebrierens: Er weiß, dass er sich beim Aufsetzen der berühmten Maske Zeit lassen muss, um Wirkung zu erzielen. Er weiß, dass er den Moment am besten mit der Geburt von Luke und Leia zusammen fallen lässt und ineinander schneidet. Er hätte jedoch wissen müssen, dass er seinen großen schwarzen Mann nicht wie eine Mischung aus Braunbär und einer zum Leben erweckten Kreatur aus einem Stummfilm erwachen lassen sollte.

 Bedingt durch die
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Kaum ein Film trägt so schwer an seinem Erbe wie Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith. Es war klar, dass dieser letzte Teil die Lücke in der Geschichte schließen musste, zu zeigen hatte, wie Anakin Skywalker Darth Vader wird, wie seine Kinder versteckt werden und warum Vader später zu Obi-Wan Kenobi düster grollt, dass sie sich nun wiederträfen. Lucas tut noch mehr: Design, Raumschiffe, Uniformen, ja sogar Frisuren nähern sich, wie schon in Episode II absehbar, noch mehr dem Aussehen in Krieg der Sterne an. Ständig werden Verbindungsstücke geschaffen, um immer wieder an die ältere Trilogie zu erinnern, trägt Padme genauso die berühmte Frisur mit den beiden Zimtschnecken über den Ohren wie die weiß strahlenden Gänge des alderaanischen Raumkreuzers aufgesucht werden, in denen am Anfang von A New Hope ein kleines Häufchen Wachen kauert, um eine Übermacht an Sturmtrupplern abzuwehren. Und natürlich darf der Vorläufer des TIE-Fighters durchs All heulen.

Selten zuvor hatte ein Mensch solche Möglichkeiten, den Lauf ganzer Jahrzehnte am Erscheinungsbild der im Film dargestellten Welten nachzuzeichnen, und Lucas hat diese Chance mit Bravour genützt. Ähnlich will er auch die Dinge aufgreifen, die in seinen alten Filmen nur erwähnt wurden oder einfach gegeben waren, sie ausführen oder eine Erklärung liefern. Oft, wie beim Versuch, zum Thema der Aura toter Jedi etwas hinzuzufügen, wirkt dieses Vorhaben jedoch kläglich. Womit wir beim Schwachpunkt der gesamten neuen Star-Wars-Filme gelandet wären: Weder diese noch die Szenen der eigentlichen Handlung bieten mehr als ein seichtes Drama in kurz gehaltenen Portionen, gegenüber dem die Action immer Vorrang hat. Die Dialoge, die zwischen den ausgeklügelten Kampfszenen gesprochen werden, sind banal, und fügen dem Bild der Saga nichts mehr hinzu. Wieder kommt es zu einem Wiesengespräch, in dem ein junger Narr seiner Politiker-Frau zum Himmel Schreiendes an den Kopf werfen darf, und wieder wird unreflektiert mit den Begriffen Demokratie und Diktatur herum geworfen (Dass ein mystischer religiöser Bund wie die Jedi Hüter der freien Welt ist, bietet in Zeiten des Erstarkens christlicher Lobbys in der US-Politik übrigens interessanten Gesprächsstoff). Problem dabei ist: In einer Märchenwelt, die so von Ying und Yang, Gut und Böse dominiert ist, bleibt kein Platz für Diskussion, für Verständigung - Pech für Anakin.

Die aufgefahrene Batterie an Schlachten, Duellen und Effekten war, einfach gesagt, noch nie zuvor da. Beispielhaft dafür ist ein faszinierendes Planetenpanorama mit gigantischen, fluoreszierenden Blumen, das für eine Szene von nicht mehr als zehn Sekunden geschaffen wurde. Auch dass einer der Gegner mit vier Lichtschwertern herum wirbelt, ist kennzeichnend dafür, dass Lucas lieber das Maximum, die Überladung jenseits dessen, was auch nur irgendwie in dieser Kürze vom Zuschauer registriert werden kann, anstrebte - der gleiche Mann, der seinen Rolltext diesmal wie ein sensationshungriges Zeitungs-Extrablatt mit „Krieg!“ beginnen lässt. An diesen virtuellen Materialmassen liegt es, dass selbst den gigantischen Säulenhallen, den wild ineinander feuernden Raumschiffflotten oder den unzähligen Wookies das Kolossale fehlt: Es sind einfach zu viele. Die beiden großen Momente im Film sind daher auch solche, die sich zurücknehmen, auf einzelne Personen fokussieren und dadurch viel schwerer wiegen: das unerträgliche, letzte Warten im Sonnenuntergang und der Meuchelmord an den Jedi. Bei letzterem lässt sich aber auch am deutlichsten erkennen, dass die Schauspieler und die ihnen unbekannte digitale Umgebung nie vollständig miteinander harmonieren können.

All die Technik und auch die Schmerzen, die in Die Rache der Sith aufgefahren werden, können einen nicht verhehlen: den Unterhalter in George Lucas, der Roboter „Oh, oh...“ sagen lässt, wenn ihnen der Lift entgegen kommt, während eine andere Bande von Droiden wieder in ein „Roger-Roger-Roger“-Geplapper ausbrechen darf. R2-D2s quirlige Stunts sind ebenso jugendfrei wie das einfältig-besänftigende „Ooba“ der blechernen Krankenschwester; Sogar der eigentlich todgefährliche General Grievous wird durch seine Hustenanfälle zur komischen Figur. Obwohl Anakin schwer verstümmelt werden muss, um unter die Maske wandern zu können, geschieht dies fast als gerechte Strafe für seine grausamen Verbrechen. Episode III ist also vielleicht eine Nuance brutaler als alle anderen Teile der Saga, aber kein erwachsener Film. Noch dazu: Seit Generationen malen sich Kinder aus, wie Hänsel und Gretel die Hexe in den Ofen werfen - womit also auch hier der Charakter des futuristischen Märchens nicht verloren geht. In seinem besten Moment für einen kalten Schauer gut, im schlechtesten Stoff für denkwürdige Imitationen, ist das letzte Stück der Sternen-Erzählung als direktes Vorspiel zur Original-Trilogie zu sehen, das als eigenständiger Film kaum Wert hätte, weil es nur zwei Dinge gut kann: zitieren und variieren. Das und die Machtdemonstration der Effektetechnik reicht zwar, zum Teil der Legende zu werden, nicht aber, selbst legendär zu sein.

Trivia - Geschichten und Gschichterln
Eine kleine Ungereimtheit: In Die Rückkehr der Jedi-Ritter erzählt Leia, dass sie nur vage Erinnerungen und Gefühle an ihre Mutter habe, dass diese wunderschön - und sehr traurig - gewesen sei. Mit Die Rache der Sith wird die Frage aufgeworfen, woher diese Erinnerungen kommen, wenn Padme bei ihrer Geburt gestorben ist.

Zitat
Obi-Wan: I have a bad feeling about this.

Emperor: Commander Cody, the time has come: Execute Order 66!

Yoda: Goodbye, Chewbacca. Miss you I will.

Bail Organa: Have the protocol droid 's mind wiped.
Offizielle österreichische Webseite zum Film
http://www.starwarsthemovie.at