Havanna wird der Welt vorgestellt: eine traumsequenzartige Dokumentation, die Kuba greifbar werden lässt.
Werbung
Ein Architekt, der seinem behinderten Sohn zuliebe seinen Job aufgegeben hat, eine alte Frau, die geröstete Nüsse verkauft, ein Schienenleger, der nachts in Bars Saxophon spielt, ein Arzt, der auch für Kinder als Clown auftritt und noch viele mehr: Das sind die Hauptdarsteller in Pérezs melancholisch-emotionalen Portrait einer der charismatischsten Städte der Welt.
Kritik
In den herunter gekommenen, verdreckten Straßenzügen von Havanna leben sie in den kärglichsten Wohnungen, die man sich vorstellen kann. Nur mit dem Notwendigsten ausgestattet, versuchen sie ihr Leben so gut, wie es eben nur geht, zu bestreiten. Pérez versteht es gut, die Finger auf den Puls dieser Stadt zu halten und die Enttäuschung, die Depression, aber auch die Hoffnung, die Freude und das Glück, das mit ganz simplen Dingen kommt, fühlbar zu machen. Mit einem neugierigen Blick verfolgt er seine zehn Protagonisten, nimmt einige der persönlichsten Momente ihres Lebens auf und schafft es, trotzdem nie voyeuristisch oder penetrant zu werden. Visuelle Symbolik bestimmt den fließend-harmonischen Ablauf seiner Bilder stark.
Statt der direkten Thematisierung Kubas politisch problematischer Situation wird eine Heldenfigur (Che Guevara) in seine unvoreingenommenen Beobachtungen herein genommen.