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Chilenische Geschichtsaufarbeitung
Regisseur Andrès Wood erzählt eine berauschende Geschichte über Freundschaft, Liebe, Glück, Intrigen und über einer, dem Zuseher den Atem nehmenden, Ungerechtigkeit.


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Gerührt war Marlene Erlacher

Santiago de Chile 1973. Während das Land immer mehr von politischen Unruhen, Chaos, Streiks und Demonstrationen gebeutelt wird, versucht der Präsident Salvador Allende seine radikal-sozialen Reformen durchzusetzen, welche von den Eliten des Landes nicht toleriert werden. Inmitten dieser Unruhen trifft der Schüler Gonzalo Infante (Matìas Quer), aus einer sozial gut gestellten Familie kommend, in der Schule Pedro Machuca (Ariel Mateluna). Dieser stammt aus einem Armenviertel, und ihm ist es durch den sozial engagierten Schulleiter Pater McEnroe (Ernesto Malbràn) erlaubt, die elitäre St. Patrick Privatschule zu besuchen, womit der Pater auf reichlich Widerstand der erbosten Eltern stößt. Die beiden Kinder werden trotz der offensichtlich existierenden sozialen Unterschiede Freunde und verbringen immer mehr Zeit miteinander. Doch die politischen Schwierigkeiten in Chile bauschen sich weiter auf, die Militärs stürzen den Präsidenten und die Armenviertel werden in Auftrag von General Augusto Pinochet „gesäubert“….

Kritik
Andres Woods (Historias De Fùtbol, La Fiebre del Loco) spielt mit der Kamera gleich einer wütenden Waffe gegen die Ungerechtigkeit, die den Zuseher mitreißt, beeindruckt und wie ein Sog in den Film hineinzieht. So gelingt es Woods, geschichtliche Wahrheit mit einer fiktiven Darstellung über die Freundschaft zwischen Gonzalo und Pedro zu verbinden und schafft, das Lebensgefühl dieser politisch unruhigen Zeit auf die Kinoleinwand zu transportieren. Diese ungewöhnliche Freundschaft der beiden Chilenen wird im Film beeindruckend von den beiden Jungschauspielern Matìas Quer (Machuca - Mein Freund ist sein erster Spielfilm) und Ariel Mateluna (zu sehen in dem Kurzfilm Testamento) dargestellt, die riesiges Potential aufweisen und der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen. Da ja die Story durch und mit Kinderaugen erzählt wird, ist die Handlung frei von Wertungen und sozialen und politischen Standpunkten, was die Erzählweise nur noch mehr stärkt.

Wohl am meisten beeindruckend ist der Part von Pater McEnroe, der umwerfend genial von Ernesto Malbràn (Campo Minado, Nadie Vuelva Intacto; Sub Terra) umgesetzt wird. Als dieser mit seiner sozialen Ader den Kampf gegen die Gerechtigkeit verliert, um dann von der neuen militärischen Regierung festgenommen zu werden, wird man als Zuseher mit einer unbarmherzigen und schonungslosen Realität konfrontiert, die schon das grausame Ende der Geschichte widerspiegelt. Und trotzdem scheint das Meisterwerk von Woods nicht so düster zu sein, denn am Ende blickt man auf den jungen Gonzalo Infante, der die Zukunft Chiles darstellt und der durch das Erlebte über sich hinaus wächst und stärker wird.

Dazu Woods, der selbst in diese Zeit des Umbruchs hineingeboren wurde und aufwuchs: „Es waren unvergessliche Erfahrungen – verstörend und grausam, aber ebenso bereichernd und wunderbar. Die drei Jahre haben uns geprägt, egal ob aus armen oder reichen Familien. Es kamen zwei unterschiedliche Welten zusammen, die in der chilenischen Geschichte bis dahin getrennt voneinander existiert haben“