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Verführung in die Ausweglosigkeit
Der Skandalfilm der 60er: Liebesbeziehung zwischen Teenager und ihrem Adoptivvater. Kubrick verfilmt das Jahrhundertwerk von Vladimir Nabokov.


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Eine Kritik von Reinhard Bradatsch

Kritik
Obsession und Abhängigkeiten. Stanley Kubricks Lolita ist nicht nur wegen seiner zahlreichen sexuellen Anspielungen, die freilich nie explizit ins Bild gerückt werden, sondern vor allem seiner politischen Botschaft ein Zeugnis der Zeit: Die mit ihren jungfräulichen Reizen spielende Kindfrau Charlotte (Shelley Winters) macht aus dem selbstsicheren Prof. Humbert Humbert (James Mason) ein willenloses Objekt und treibt ihn in den seelischen Abgrund.
Ein – von öffentlichem Aufruhr begleitetes – Dokument über den jugendlichen Aufbruch Anfang der 60er, das im letzten Viertel den Beginn der unaufhaltsamen Emanzipation einläutet. Kubrick gelingt eine in ihrer Abgeklärtheit nie da gewesene Mischung aus Suspense, Road-Movie und Komödie – letzteres Element dominant eingeläutet vom großen Peter Sellers, mit dem Kubrick in Dr. Strangelove noch Größeres vorhaben sollte.

Trivia - Geschichten und Gschichterln

Vom 20. Januar bis zum 11. April 2005 präsentiert das Deutsche Filmmuseum Frankfurt am Main eine große Ausstellung zum Werk des weltbekannten amerikanischen Filmregisseurs Stanley Kubrick im Berliner Martin-Gropius-Bau.

Näheres unter http://www.deutsches-filmmuseum.de/ und http://www.stanleykubrick.de/


Zitat
Stanley Kubricks Seitenhieb gegen die in Europa aufkommende Nouvelle Vague.
Charlotte zu Humbert: "Have you ever seen any of those foreign films?"
Humbert: "Yes frequently."
Charlotte: "I don't like them."