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Noch ein schneller Rückblick, und dann ab in die Pension
Bruce Willis spielt die x-te Variation seiner Lieblingsrolle: den Cop, den man nicht ärgern sollte.


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Unter Waffenandrohung geschrieben von Markus Steiger

Jeff Talley (Bruce Willis) ist Polizeichef in einem kleinen Distrikt Kaliforniens. Früher gehörte er zu den besten Verhandlern in Sachen Geiselnahme. Nach einer groben Fehleinschätzung seinerseits endete ein Einsatz aber in einem Massaker, was zum Rückzug aus der Einheit führte. Talley wird jäh von seiner Vergangenheit eingeholt, als der Buchhalter einer Verbrecherorganisation (Kevin Pollak) mitsamt Familie von drei Jugendlichen als Geisel genommen wird. Bald schon muss der ehemalige Geiselnahmespezialist auch noch um seine Familie bangen.

Kritik
Warum müssen so viele Psychopathen - im Bild Ben Foster - wie Nine-Inch-Nails-Sänger Trent Reznor aussehen?Nach einigen Ausflügen ins Komödienfach können Bruce-Willis-Fans endlich wieder jubeln: Bruce spielt nämlich zum hundertsten Mal einen Bullen, der aus einem Verbrechen eine persönliche Sache macht. Und Regisseur Florent Emilio Siri schenkt dem Schauspieler einen Rückblick auf dessen bisherige Karriere, bei dem gewisse Szenen und Motive nicht ganz unbekannt sind.

So bekommt der Cop von einem Unbekannten Anweisungen übers Telefon. Der hört sich wie der Zwillingsbruder von Simon aus Die Hard III an. Und wo wir gerade bei Die Hard sind: Kriecht da nicht auch irgendwer in Lüftungsschächten herum und narrt damit seine Verfolger? Diesmal ist es zwar nicht Bruce, dafür sein kleiner Partner Jimmy Bennett, der witzigerweise den Geiselnehmern den ganzen Film über nicht abzugehen scheint. Als Cop, der nicht mehr seinen ursprünglichen Posten besetzt, kennen wir Willis aus Tödliche Nähe, und die Probleme mit seiner Familie klaute man einfach aus Last Boy Scout - Es könnte noch seitenlang weiter gehen, aber wer will das schon lesen?

Florent Emilio Siris Background liegt im Videospielbereich. So zeichnete er z.B. für die Filmsequenzen in Splinter Cell verantwortlich, und das sieht man besonders im Vorspann, in dem computergenerierte Szenen Situationen aus Geiselnahmen nachstellen. Es ist halt einfacher, aufwändige Kamerafahrten am Rechner zu erstellen, als kilometerlange Schienen zu verlegen oder einen Helicopter zu mieten. Aber auch das tut Siri - und glaubt, damit vom durchschnittlichen Skript und den noch durchschnittlicheren Schauspielerleistungen ablenken zu müssen. Hostage ist nämlich absolut nicht aufregend. Manche Szenen gleiten sogar in Peinlichkeit ab, besonders wenn der diabolische Mars einen auf superböse macht. Das passt leider überhaupt nicht zu Ben Foster, den man aus Six Feet Under kennt.

So schleppt sich dieser Patchwork-Film gnadenlos langsam bis zum Ende, das nicht einmal Höhepunkte bietet, sondern nur brav den Standardschmus herunterspult. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir zugeben, dass wir Bruce Willis in keinem Film mehr weinen sehen wollen. Nicht, weil es nicht zu ihm passt, sondern weil er es nicht kann. Man kann also nur hoffen, dass uns in naher Zukunft nicht wieder so ein langweiliger Film in Geiselhaft nimmt, denn da wird auch kein Verhandler etwas ausrichten können.