
Nach einigen Ausflügen ins Komödienfach können
Bruce-Willis-Fans endlich wieder jubeln: Bruce spielt nämlich zum hundertsten Mal einen Bullen, der aus einem Verbrechen eine persönliche Sache macht. Und Regisseur
Florent Emilio Siri schenkt dem Schauspieler einen Rückblick auf dessen bisherige Karriere, bei dem gewisse Szenen und Motive nicht ganz unbekannt sind.
So bekommt der Cop von einem Unbekannten Anweisungen übers Telefon. Der hört sich wie der Zwillingsbruder von Simon aus
Die Hard III an. Und wo wir gerade bei
Die Hard sind: Kriecht da nicht auch irgendwer in Lüftungsschächten herum und narrt damit seine Verfolger? Diesmal ist es zwar nicht Bruce, dafür sein kleiner Partner
Jimmy Bennett, der witzigerweise den Geiselnehmern den ganzen Film über nicht abzugehen scheint. Als Cop, der nicht mehr seinen ursprünglichen Posten besetzt, kennen wir Willis aus
Tödliche Nähe, und die Probleme mit seiner Familie klaute man einfach aus
Last Boy Scout - Es könnte noch seitenlang weiter gehen, aber wer will das schon lesen?
Florent Emilio Siris Background liegt im Videospielbereich. So zeichnete er z.B. für die Filmsequenzen in
Splinter Cell verantwortlich, und das sieht man besonders im Vorspann, in dem computergenerierte Szenen Situationen aus Geiselnahmen nachstellen. Es ist halt einfacher, aufwändige Kamerafahrten am Rechner zu erstellen, als kilometerlange Schienen zu verlegen oder einen Helicopter zu mieten. Aber auch das tut
Siri - und glaubt, damit vom durchschnittlichen Skript und den noch durchschnittlicheren Schauspielerleistungen ablenken zu müssen.
Hostage ist nämlich absolut nicht aufregend. Manche Szenen gleiten sogar in Peinlichkeit ab, besonders wenn der diabolische Mars einen auf superböse macht. Das passt leider überhaupt nicht zu
Ben Foster, den man aus
Six Feet Under kennt.
So schleppt sich dieser Patchwork-Film gnadenlos langsam bis zum Ende, das nicht einmal Höhepunkte bietet, sondern nur brav den Standardschmus herunterspult. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, müssen wir zugeben, dass wir Bruce Willis in keinem Film mehr weinen sehen wollen. Nicht, weil es nicht zu ihm passt, sondern weil er es nicht kann. Man kann also nur hoffen, dass uns in naher Zukunft nicht wieder so ein langweiliger Film in Geiselhaft nimmt, denn da wird auch kein Verhandler etwas ausrichten können.