
Ein Kind in seinen ersten Film mitzunehmen, ist etwas besonderes. Dabei kann es natürlich geschehen, dass man gleich wieder draußen ist - samt Kind, das drinnen vor Angst zu heulen begonnen hat: Setzen Sie sich alleine in einen großen Saal und sehen Sie sich einen gepflegten Horrorfilm an; Das zur Potenz, und Sie haben zirka das Gefühl, das so mancher Strampelanzuginsaße in einer ganz normalen, abgedunkelten Kinohöhle hat.
Selbst Winnie Puuh und seine Freunde sind da machtlos, obwohl sie nach Kräften versuchen, jegliche Furcht erst gar nicht aufkommen zu lassen. Die Bewohner des Hundertmorgenwalds erleben mittlerweile in regelmäßigen Abständen Leinwandabenteuer für Kinder, die gerade mal oder noch gar nicht wahr nehmen, was da vorne vorgeht. Der Zuschnitt ist eindeutig für die Kleinsten: honigweiche Stimmen, angenehme Pastelltöne, einfachste Handlung und Grimassen, die auch die Eltern überm Kinderbett schneiden. Die Gefahrensituationen sind entsprechend abgemildert und der einzige Bass, der sich aus dem Lautsprecher verirrt, ertönt, wenn eine der Figuren stolpert, hin fällt und lacht. Und: Es wird gesungen - bei jeder Gelegenheit.
Angst und wie unnötig sie doch sein kann, ist diesmal sogar das Thema des Films: Die Bande rund um Winnie Puuh fürchtet sich vor den Heffalumps. Nur der kleine Ruh glaubt den Schauergeschichten weniger, schleicht sich heimlich davon und gewinnt schon bald mit Lumpi einen neuen Spielkameraden. Dabei entdeckt er, dass sich die kleinen Heffalumps ebensowenig dorthin trauen, wo Tigger, Rabbit und Ferkel wohnen, wie umgekehrt, aber das muss er seinen gar nicht mutigen Freunden, die noch immer auf Heffalump-Jagd sind, erst einmal klar machen. Und siehe da: Nachdem das geschehen ist, können die Waldbewohner gemeinsam viel Spaß haben - so zeigt es auch der Abspann.
Auch ein zweites großes Gefühl findet in
Heffalump - Ein neuer Freund für Winnie Puuh Platz: die Sorge der Mama um ihren kleinen Schatz, wenn er unauffindbar ist. Mit der richtigen Mischung aus viel Spaß und ein paar kleinen pädagogischen Einstreuern ist der Film eine erfreulich bedenkenlose Kinderunterhaltung - die noch dazu äußerst höflich her kommt: Es ist lange her, dass zwei kleine Helden „Danke!“ und „Gern geschehen!“ zueinander gesagt haben.