
Manhattan ist der Kosmos, und der Broadway leuchtet wie tausend Sonnen. Das mag abgedroschen klingen - oder restromantisch - doch scheint das Genre der romantischen Komödie ebensowenig Neues abzuwerfen wie der Mythos um New York der gleiche bleibt.
Hitch - Der Date Doktor, natürlich in der mondänen Metropole angesiedelt, ist im Grunde ein Film, über den man verbittert sein könnte: der klassische Dreiakter mit der Krise vor dem Finale, in dem man alle Figuren von früheren Anlässen kennt: erfolgreiches Mädchen mit harter Schale, aber weichem Kern, die beste Freundin eine Komplexkollektion, der Arbeitskollege die Redaktionstunte, der Chefredakteur väterlich - und natürlich von
Adam Arkin gespielt, der, scheint es, nie wieder eine andere Rolle wird spielen können.
Ihr männlicher Gegenpart sieht genau so gut aus wie sie, ist wohlhabend und weiß in jeder Situation das Richtige zu sagen. Das dunkle Geheimnis aus seiner Jugend hat er aber nie überwinden können, ja, es ist Teil seines Lebensstils geworden, und es wird durch die Ereignisse wieder nach oben gespült werden. Sein bester Freund ist zwar vorhanden, aber gar nicht von Belang; umso mehr ist dies jedoch der tollpatschige Klient, durch dessen Schleuderkurs auf dem Boulevard d 'Amour unser Held schließlich Selbsteinsichten erhalten wird, die ihn a) zu einem besseren Menschen machen und b) das Herz der holden Maid erobern lassen. Auf dem Weg zum Happy End gibt es die obligatorische Demütigung, mindestens eine Szene unter Alkoholeinfluss und die Aufdeckung von Geheimnissen.
Würde sich dieses Werk nicht über seine Brüder erheben, könnte man es bei dieser Schreckens-Formel belassen. Ganz entgegen seinen Voraussetzungen wurde mit
Hitch aber ein perfektes Date-Movie geschaffen, das trotz der Situationen, in die es seine Figuren manövriert, und der Illustrierten-Platitüden, die es in die Welt wirft, fröhlich und angenehm ist. Es gibt drei Gründe, warum die Produktion in ihrem Unterhaltungsvorhaben Erfolg hat:
Kevin James,
Eva Mendes und
Will Smith. Mit erstaunlicher Natürlichkeit bewegen die drei sich durch ihre Szenerie, so als ob diese Dinge uns allen und nicht nur ihnen zustoßen könnten.
Smiths Verdienst dabei ist es vor allem, dass er die Eigenschaften des Helden, die einschüchternd überlegen und teilweise sogar fragwürdig wirken könnten, ins Sympathische dreht.
Mendes wiederum schüttelt jeden Anflug von Unterlegenheit ab - hier dürfen die Geschlechter nicht nur mit gleicher Attraktivität, sondern auch mit gleichen Waffen kämpfen. Unglaublich ist jedoch die Vorstellung von
King-of-Queens-Hauptdarsteller
Kevin James: So physisch, wie er spielt, stiehlt er jede Szene, in der er auftreten darf. Durch ihn wird auch die Gewichtung zwischen dem Hauptpaar und dem Nebenpärchen, das er und Amber Valetta bilden, etwas gerechter.
Damit beweist sich eine Theorie aus dem Dating in Filmform: Selbst die ältesten Sprüche werden nie ihre Wirkung verlieren; Es kommt nur darauf an, von wem und vor allem wie sie gebracht werden. Obwohl absolut unmotiviert, was inhaltliche Neuerungen betrifft, sorgt der Glücksgriff in der Besetzung für eine lockere Komödie, die ungeniert Spaß macht.