Suche: Suche abschicken


What the Focker
Ich wollte die Streisand nie gamsig erleben... Die Fortsetzung des Klamaukerfolgs durchbricht die Geschmacksgrenzen und suhlt sich in der Klamotte.


Werbung

De-gustiert von Thomas Taborsky

Gaylord, Pardon, Greg (Ben Stiller) und Pam (Teri Polo) planen, bald zu heiraten. Davor ist aber noch ein kleiner Wochenendbesuch von Pams Eltern (Robert De Niro, Blythe Danner) bei Gregs Erzeugern zu überstehen. Die Fockers (Barbra Streisand, Dustin Hoffman) sind genau das Gegenteil von Schwiegerpapa Jack: offen, frei und eins mit ihrer Libido. Greg plant, die schlimmsten Details vor Jack zu verheimlichen, doch weitere Katastrophen drohen: Pam ist schwanger, und bevor sie heiratet, darf ihr Vater das einfach nicht erfahren. Da ist aber auch noch Gregs ehemalige Nanny, Isabel - und ihr Sohn, der Greg wie aus dem Gesicht geschnitten ist...

Kritik
Na wo ist denn jetzt die erogene Zone?Endlich ist es soweit: Dumb Focker, Randy Focker, Horny Focker - in Gaylord Fockers Verwandtschaft muss es viele Eltern gegeben haben, die ihren Kindern schon bei der Geburt das Leben versauen wollten...

Aber: Wären wir nicht mit ein wenig Nachdenken auch ohne Fortsetzung auf diese Namen gekommen - vor allem ohne eine, die alte Witze breit tritt? Wieder eine Sportverletzung, wieder Überwachungskameras und wieder die selbe Flugbegleiterin: Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich kettet sich so gut wie möglich an den Vorgänger, und in Anbetracht dessen, dass der erste Film ein mit billigen Gags übertünchtes Drama über einen Mann war, der die Eltern seiner Zukünftigen um jeden Preis für sich zu gewinnen sucht, ist das kein gutes Omen.

Tatsächlich: Geschmack lässt sich bei der Fortsetzung keiner erwarten. Kaum hat er begonnen, stürzt sich der Film mit Gebrüll unter die Gürtellinie, unterstützt vom Starzuwachs Barbra Streisand/Dustin Hoffman, der als endgeiles Sexoholic-Paar die Bühne stürmt - Nichts gegen ein paar schmutzige Wortspiele, doch wenn der Film darauf aufbaut, ist das nicht nur derb, sondern auch langweilig. Dass sich in dem Gewusel von Anzüglichkeiten und Narreteien einige der Charaktere so etwas wie zu entwickeln scheinen, wirkt nahezu unfassbar.

Für einen schnellen Gag würde das Drehbuch seine Script-Mutter verkaufen: Vorhaut fliegt ins Fondue, Einstein-Puppen werden von spitzen Hunden gerammelt und was noch nicht an Paranoidität und Klischees aus De Niros Ex-CIA-Agenten-Figur gequetscht wurde, wird diesmal mit umso mehr Mühe heraus gepuhlt. Natürlich wird auch die Vertrauenswürdigkeit des Bräutigams in spe in noch viel skandalöserer Weise angezweifelt, denn ein Nachfolger ist eben verdammt dazu, die Dosis zu steigern. Irgendwann - relativ bald nach Beginn - passiert dabei aber der unumkehrbare Schritt vom Vorstellbaren zum Unglaubwürdigen: Die Situationen in Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich wirken nur noch an den Haaren herbei gezogen - Gnade uns, wenn jemand auf die Idee kommt, man könne rund um die Geburt des nächsten kleinen Fockers noch weiteren Klamauk basteln...

Zitat
Jack Byrnes über die Benutzung seiner Wohnwagentoilette: "If it 's yellow, let it mellow, if it 's brown, flush it down."

Bernie Focker: "50 Fockers - What could be better?"

Bernie, als Jack anscheinend "geknackt" ist: "We Fockerised him."