
Eigentlich ein interessanter Ansatz: An einem Punkt in der Ideenfindung müssen sich
Steven Soderbergh,
George Clooney - sein Hauptdarsteller und Produzent - und andere in lauschiger Runde gefragt haben, wie wohl das
Rat Pack die Fortsetzung zu ihrem
Ocean ’s Eleven angegangen wäre, zehn Jahre nach dem ersten Teil, am Sprung in die 70er.
Genau dort setzt nämlich das Remake der Fortsetzung, die es nie gab, an:
Ocean ’s Twelve versucht, das Flair der damaligen Filme nachzufühlen, von
Caper Movies wie
The Italian Job. Ganz aktuell ist dieses Vorhaben nicht mehr: Die Updates damaliger Klassiker und noch viel mehr der Schatten von
Guy Ritchie lasten merklich auf dem Produkt, vor allem, sobald
David Holmes seine Retro-Zeitgeist-Arrangements ins Rennen wirft.
Dabei merkt man dem Projekt auf positive Weise den Spaß an der geselligen Herstellung an: Filme machen mit Freunden, sozusagen. Wenn
Brad Pitt und
George Clooney vor der Kamera abhängen, ist das bezeichnend für den Produktionsablauf: Der Schmäh rennt, und wenn die Witze über ausgebleepte Fucks, den ganzen Kabbala-Dreck und falsche Namen an der Rezeption natürlich klingen, ist es deshalb, weil sie vielleicht sogar der Einstellung der meisten Beteiligten entsprechen. Gerade hier, im selbstbezogenen Humor, liegt aber eine Schwäche des Konzepts: Die Vorstellung der Schauspieler, wie sich die Konsumenten die Gedankenwelt der Schauspieler vorstellen, ist unscharf. Das Produkt dieser Einschätzung sind oftmals Populärklischee-behaftete Insidermätzchen, von denen nur noch zu hoffen ist, dass der Mensch im Kinosessel auch daran Interesse hat – was im Fall von
Ocean ’s Twelve leider nicht oft genug der Fall ist. Krass zutage tritt dies bei dem zehn Minuten lang breit getretenen Gag, bei dem eine schwangere
Julia Roberts eine schwangere
Julia Roberts spielt – samt verzückt hinterher wedelndem
Bruce Willis. Die Handlung selbst, obwohl kunstvoll verwinkelt, entblößt sich dabei als Fahrsteig zur jeweils nächsten Pointe, auf dessen Weg immer wieder Kleinigkeiten vorstellig werden, die „überraschenderweise“ später noch eine große Rolle spielen werden – siehe Hologramme.
Erfreulich ist dabei natürlich, dass die Aufmerksamkeit nicht nur auf
Clooney,
Pitt,
Zeta-Jones und
Roberts ruht, sondern jeder der restlichen Akteure einmal im Vordergrund steht – meist leider nur genau einmal. Einen großen Wurf leistete man sich aber mit
Vincent Cassel als Widersacher: Seine Präsenz stiehlt den eigentlichen Helden die Show, und seine Laser-Tanzsszene ist der Höhepunkt des Films – leider wieder eine Spur zu ausgiebig gebracht und etwas zu kurz nach
Verlockende Falle gedreht, um nicht sofort das Bild von der ebenfalls anwesenden
Catherine Zeta-Jones bei ihren damaligen Gymnastikübungen im Kopf zu haben.
Soderbergh – der einzige nicht sichtbare Hauptakteur – spielt derweil mit den stilistischen Mitteln einer 70er-Optik. Zwischen hochkant über die Leinwand ziehenden Jumbos, sich erst einfokussierenden Shots und einem Freeze Frame, der langsam heran zoomt, als letzter Einstellung bleiben die Motive jedoch wie bei vielen
Soderbergh-Werken unterkühlt, ja unnatürlich herausgeputzt; Vielleicht auch das ein Grund, warum wenig vom Film hängen bleibt - das Amüsement war zwar da, aber kein Nachhall - und schnell das meiste am etwas zu lang geratenen Vergnügen wieder vergessen ist.