Eine seltengeniale Zusammenstellung von Protestaktionen im Internet, eine feine Auswahl an Sabotageakten gegen die Globalisierung und hochamüsante Hintergrundinformationen über gefakte Internetseiten warten auf den geneigten Seher.
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Kritik
Trivia - Geschichten und Gschichterln
Ein Krieg im Internet also. Manch einer mag sich fragen, wie das denn funktionieren soll. Wer keine Antwort auf diese Frage findet, sollte sich diesen Film auf alle Fälle zu Gemüte führen. Für alle Anderen gibt es ohnehin noch genug Gründe, sich diesen Film auf der „To- do- Liste“ in rot zu vermerken.
Die Zukunft wird sich immer mehr im virtuellen Raum abspielen, und diese Dokumentation lässt durch das Aufrollen interaktiver Streitfälle aus der jüngsten Vergangenheit erahnen, dass hier die gleichen Gesetze, wie in der „echten“ Welt gelten. Die Großen fressen die Kleinen. Manche von den Kleinen schaffen es aber doch ab und an, wie das sprichwörtliche blinde Huhn einmal ein Korn zu finden und zurückzuschlagen.
Im Zentrum des Ganzen steht eine amerikanische Aktivistengruppe namens ®™ark (sprich: artmark), die unter anderem die Webseite von George W. Bush gefälscht und nach inhaltlichen Veränderungen unter einer ähnlichen Adresse online gestellt hat (Adresse siehe Links). Als Paradebeispiel für Ungerechtigkeiten mit Folgen im WWW gilt der als „Toywar“ in die Analen der Internetgeschichte eingegangene Krieg zwischen dem US-Onlinespielehändler etoys und einer europäischen Künstlergruppe namens etoy. Nachdem der milliardenschwere Konzern mit Hilfe eines kalifornischen Bezirkgerichts etoy die Internetadresse weggenommen hatte, um lästige Verwechslungen zu vermeiden, begann eine beispiellose Solidarisierungswelle. Im „teuersten Kunsthappening der Geschichte“ wurden - den Aktienkursen zufolge - in wenigen Wochen 6 Milliarden Dollar verheizt.
Aktionen, wie [v]ote-auction, bei denen auf einer Webseite Wählern vor den Präsidentschaftswahlen 2000 angeboten wurde, ihre Stimme gegen bare Münze zu verhökern, sowie Proteste gegen die strengen Maßnahmen gegen DeCSS, einem Decodierungsprogramm für DVD’s, gehen mit einer derartig weit reichenden Grundsatzdiskussion einher, dass es eine wahre Freude ist. Die Hintergründe und vor allem die Personen, die hier die Fäden ziehen (im Interview zu sehen), sind ein weiteres Argument für diesen Film, der sich übrigens zum Großteil aus Geldern der österreichischen Filmförderung finanziert hat.
Summa summarum: ein Film wie eine Michael Moore-Dokumentation, nur mit ein bisschen weniger George und ein bisschen mehr Antiglobalisierungs-Gedanken.