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Das Leben nach dem Tod
Wieder einmal eine John Irving-Verfilmung. Und gar keine schlechte.


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Aus Grund und Boden rezensiert von Markus Steiger

Das Ehepaar Cole (Kim Basinger, Jeff Bridges) hat sich nach dem Tod ihrer beiden Söhne auseinandergelebt. Auch die danach geborene Tochter kann den beiden nicht den Lebensmut geben, der durch das tragische Ereignis verloren gegangen ist. In die Trennungsphase der beiden  stößt der junge Student Eddie, der beim berühmten Kinderbuchautor über den Sommer ein Praktikum machen soll. Das er mit der verstörten Mutter eine Affäre anfängt, ist dabei der Sache nicht gerade dienlich.

Kritik
Jeder, der schon einmal ein Buch von John Irving gelesen hat, findet sich sofort in The Door in the Floor schnell zurecht. Typische Merkmale wie die Mischung aus Drama und Komödie, angereichert mit allerhand schrägen Momenten, zeichnen den amerikanischen Autor, der umstritten zwischen Kunst und Kommerz balanciert, seit Jahren aus. Die Vorlage zu The Door in the Floor heißt Witwe für ein Jahr und ist einer der jüngeren Romane des Schriftstellers, welchen er zusammen mit Regisseur Tod Williams stark umgeschrieben und kinotauglich gemacht hat.

Und das Ergebnis ist wirklich als in Ordnung zu bezeichnen. Versatzstücke aus verschiedenen Themen finden hier ein Zusammenkommen. Das „coming of age“ des Schülers, die Verarbeitung eines Verlustes und die daraus entstehenden Konflikte. Dabei werden Lügen und Heimlichkeiten ziemlich schnell aufgedeckt, was der Spannung oftmals nicht sehr gut tut. TditF lebt eher von der Grundstimmung und von den Schauspielern, die durchwegs gute Leistungen bringen. Sogar Kim Basinger, die eher fehlbesetzt wirkt, kann durch zurückhaltendes Spiel Punkten. Sehr viel Mut beweist auch Mimi Rogers. Eher selten sieht man ältere Hollywoodstars komplett nackt, denn das könnte ja den Nimbus der ewig jungen Schauspieler zerstören. Leider ist ihre Rolle selbst eher oberflächlich und unausgebaut, was aber aufgrund der her dahinplätschernden Handlung nicht so wichtig ist.

So hat dieser Film ein paar wirklich starke Momente, angeführt von Teds Erzählung über den Tod der beiden Söhne bis zur allerletzten des Films, welche eine besondere Intensität birgt. Ein wirkliches Meisterwerk ist The Door in the Floor aber nicht. Dafür ist er zu gefällig und auch ein gewisser Wiederekennungswert mancher Handlungsstränge ist nicht zu leugnen. Für einen Abend mit etwas gehobener Unterhaltung ist der Film aber allemal gut. Empfehlenswert.