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Durch den Lokus und weiter
Die Wayans-Sippe nimmt sich die Hiltons zur Brust: eine Herausforderung für jedes Silikonkissen.


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gelitten hat Thomas Taborsky

Die beiden FBI-Agenten Marcus (Marlon Wayans) und Kevin (Shawn Wayans) haben kein Glück in ihrem Beruf: Nach einer verpatzten Operation sind alle froh, sie los werden zu können – als Babysitter für die verzickten Wilson-Schwestern (Maitland Ward, Anne Dudek), deren Entführung angedroht wurde. Nach einem winzigen Unfall fühlen sich die It-Girls furchtbar entstellt, und wollen das Hotelzimmer nicht verlassen. Gerade an diesem Wochenende finden in den Hamptons aber die Parties des Jahres statt, bei denen sie unbedingt dabei sein müssen; Also lassen sich Marcus und Kevin kurzerhand das perfekte Makeup zurecht schneidern. Als Wilson-Zwillinge verkleidet hoffen sie, mitten im mondänen Treiben den Kidnappern auf die Spur zu kommen.

Kritik
Eine längst verdrängt geglaubte, böse Erinnerung kommt wieder hoch: Big Mamas Haus. Und wie hieß dieser Film, in dem ein Trio fauler Studiosi einer Mädchenverbindung beitritt? - Alle Jahre wieder wird der Versuch gestartet, aus ein paar Perücken und Makeup Humor heraus zu pressen. White Chicks dürfte dabei so etwas sein wie die sehr, sehr späte afroamerikanische Rache für den Soulman, der sich Mitte der 80er für ein Stipendium auf schwarz schminkte. Aber nicht nur an weißen, von Gesellschafts- und Modeidealen gehirngewaschenen Mädchen wird Rache geübt: Gleich die erste Szene ist eine einzige ethnische Anfeindung Latinos und Russen gegenüber – nicht, weil hier alte Klischees bedient werden, sondern weil Shawn und Marlon Wayans schlecht maskiert und mümmelnd nicht witzig sind.

Tief durchatmen, es kommt noch schlimmer: Durch den Rest des Films bewegen sie sich vorgeblich als Ersatz-Hilton-Schwestern mit allen Silikonteilen auf der Haut, die sich manche darunter spritzen lassen. Trotzdem sehen sie eher wie zwei gut wiederhergestellte Brandopfer aus, mit Oberarmen breiter als jeder Girlie-Oberschenkel. Dabei ist das Zerrbild der Hiltons, auf denen der Wayans-Clan diese Parodie aufbaute, ohnehin ein übles: kein bisschen bulemisch und viel zu bekleidet – als ob die echten Schwestern noch nie bauchfrei getragen hätten. Wer ganz genau hin sieht, muss noch dazu erkennen, dass die Wayans-Brüder ohne Maskerade öfter ihre Kleidung wechseln als mit.

Von allen möglichen Kalauern einer Verwechslungskomödie wird wohl keiner ausgelassen, schon gar nicht der, dass sich ein ungestümer Romeo in eine der falschen Barbies verknallt. Dieses Problem wird schließlich ausgefurzt, und das ist bezeichnend: Wenn Gagschreiber nicht weiter wissen, gehen sie alle auf den Lokus.
Warum dieses Trauerspiel ganze 105 Minuten lang gespielt wird, bleibt unverständlich, da nur ein Running Gag wirklich funktioniert: Vanessa Carlton. Am Ende sind jedenfalls alle wieder mal etwas weiser; Nur wir können aus dieser Filmkatastrophe keinen Nutzen ziehen.