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Fischfutter
Die nasse Reality-Horrorshow: mehr Titanic als Blair Witch.


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unter die Lupe genommen von Thomas Taborsky

Für Susan (Blanchard Ryan) und Daniel (Daniel Travis) hätte der Strandurlaub eine Erholung und Ablenkung vom beruflichen Stress und den Sorgen des Alltags werden sollen. Als das Pärchen jedoch bei einem Tauchausflug mitten im Ozean vergessen wird, beginnt für die beiden ein Warten in Ungewissheit – und in Haifischgewässern.

Kritik
Dutzende Male fiel, wenn die Rede von Open Water war, die Umschreibung Blair Witch im Wasser. Weil das Budget so niedrig war. Weil nicht auf normalem 35mm-Film gedreht wurde. Und nicht zuletzt, weil auch hier ein Streifen über Urängste vorliegt, der das Etikett True Story trägt. Dabei böte sich viel eher der Zusammenhang mit dem letzten Drittel von Titanic an: Zwei Leute treiben im Wasser, haben sich wenig zu erzählen und warten, ob sie aufgefischt werden oder drauf gehen - Jene Zeitgenossen, denen die Angelegenheit beim Cameron-Epos damals zu lang wurde, jubelten still, als Leo endlich unter ging.

Zwei große Schwächen hat Open Water: So bietet er eine Ausgangssituation, die Konfliktpotenzial zwischen den beiden Akteuren geradezu verspricht – Es kriselt in der Ehe der beiden Taucher, weil beide ihren Jobs Vorrang geben. Über dem Urlaub, den die beiden machen, steht deutlichst der Versuch, die Beziehung zu retten, und so verwundert es, dass Chris Kentis, in Personalunion Regisseur und Drehbuchautor, die beiden Wassertreter nicht darauf eingehen lässt – gerade mal ein weinerliches „Ich wollte Ski fahren gehen!“ ist drin, bevor sich das Paar wieder gegenseitig Liebe schwört.
Der zweite Hemmschuh ist der Rahmen, der sich um einen dokumentarischen Eindruck bemüht, der schreien will „Ja, das ist aus dem Leben gegriffen!“ und dabei nur das dünne Material streckt: Wir sehen das Paar abfahren – in einigen recht abgedroschenen Kameraeinstellungen – bekommen Establishing Shots ihres Urlaubsorts, dürfen in Nahaufnahme das Klemmbrett betrachten, auf dem sich ein Abzähldrama abspielt und bekommen schließlich sogar den Zeitablauf einblendet - Wären Szenen wie diese nicht, hätte Open Water die 45-Minuten-Grenze nicht überschritten.

Eines sei dem Film jedenfalls zugute zu halten: sein schlankes, so gar nicht pathetisches Ende. Trotzdem: Durch Elemente wie den Laienspiel-Ausflügler im Tiefenrausch, der unbedingt ins Wasser will und dadurch die Katastrophe auslöst, bestätigt sich der Eindruck nur, dass bei diesem Film der Wille da war, aber streckenweise nicht das Können zur Umsetzung. Die einzige Spekulation, die offen bleibt, ist wie der Film demnächst in der Scary-Movie-Reihe durch den Kakao gezogen wird.