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Singende Knaben, die sonst nix haben.
Monsieur Mathieu kann in einem Internat für schwer erziehbare Knaben das Vertrauen der Kinder gewinnen und sogar einen Chor organisieren.


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Mit feuchten Augen gekritzelt von Markus Steiger

Frankreich in den Nachkriegsjahren. Der erfolglose Lehrer und Komponist Clément Mathieu (Gérard Jugnot) hat sich für einen Aufseherjob in einem Internat für schwer erziehbare Jungen beworben. Seine ruhige und nette Art scheint anfangs die ideale Angriffsfläche für die Rabauken darzustellen, nach einiger Zeit kann der besonnene Mann die Zöglinge jedoch auf seine Seite bringen. Als Draufgabe versucht er sogar, einen Chor zu organisieren, was den strengen Internatsleiter Rachin (Francois Berléand) in Rage bringt, da die antiautoritäre Erziehung so gar nicht in dessen Weltbild passt. Als Mathieu die Mutter des hochbegabten Pierre kennenlernt, verliebt er sich in sie.

Kritik

Irgendwo zwischen den oberflächlichen Blockbustern aus Amerika und dem (oft tiefgründigen) Artkino Europas gibt es eine Nische, die man als gehobene Unterhaltung bezeichnen kann. Die Kinder des Monsieur Mathieu fällt genau in diese Sparte. Alles an diesem Film schreit Europa und Frankreich, die Kamera, die Art des Schauspiels und die Dramaturgie. Und doch mischt sich eine Prise amerikanischer Drehbuchkunst (heißt: um Probleme herumschreiben) in den Film.

In einer Mischung aus Mr. Holland's Opus und Dangerous Minds verwirklicht ein gebrochener Mann seinen Lebenstraum genau dort, wo er versucht, ihn endlich zu vergessen. Dabei setzt Regisseur Christophe Barratier mehr auf schöne Bilder und Gefühle als auf harten Internatsalltag. Zwar fallen auch schon einmal die Themen Gewalt und Kindesmissbrauch, jedoch nur als scheinbares Zugeständnis an das Thema. In Wirklichkeit ist der Film ein wunderschön und auffällig unkitschig inszeniertes Rührstück, dass den Zuschauer in all seiner Nettigkeit gefangen nimmt. Hier und da ertappt man sich als abgebrühter und mit dem schlimmsten rechnender Kinokenner, auf den endlich stattfindenden finalen Eklat zu warten, jedoch kommt dieser nicht. Das Ende ist ziemlich flott da, ohne das etwas außergeöhnlich Schreckliches passiert wäre.

Vielmehr wird Wert auf die Figuren gelegt, die zwar sterotyp, aber dennoch nicht unsympathisch gezeichnet sind. Gérard Jugnot ist wohl allein schon durch sein nettes Aussehen die Idealbesetzung Cléments, François Berléand als Direktor Rachin hat aber die besten Momente in diesem Film. Die Mischung aus Bösartigkeit und Lächerlichkeit macht seine Figur zur Interessantesten dieses Films. Die Jungdarsteller sind sehr gut ausgewählt und ihrem Aussehen nach ihren Rollen zugeteilt. So wird der wie ein Engel singende Pierre auch als solcher dargestellt.  Dies wirkt zwar etwas einfallslos, fügt sich aber perfekt ins restliche Bild ein.

Trotz der Simplizität des Skripts und des Ausschlachtens alter Ideen ist Die Kinder des Monsieur Mathieu ein wirklich kurzweiliger Film, der sogar beim Hartgesottensten Gefühle weckt. Schön.