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City of God
Scorsese Remixed: Das Drogenepos City of God wandert, nicht uneindrucksvoll, auf den Spuren großer Regieleistungen....


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Eine Kritik von David Krems

Fernando Meirelles zweiter Spielfilm verschachtelt die Erlebnisse mehrerer Nachwuchsgangster der brasilianischen 60er und 70er Jahre. Im Mittelpunkt der sprunghaften, mitunter fast schon spekulativen Montage, steht der schwarze Buscape (Alexandre Rodrifgues), der, als die Regel bestätigende Ausnahme, nach einem nicht kriminellen Lebensweg trachtet. Rundherum herrscht freilich bedingungslose Hingabe an die unberechenbare Dynamik des Drogenhandels. Ausgehend von den künstlich geschaffenen Slums am Rande Rios, genannt Ciudade de deus, kontrollieren die eifrigen Gangster rund um den überaus brutalen Locke (Leandro Firmino de Hora) den gesamten Drogenhandel der Stadt. Und wer in diesen erst mal verwickelt ist, kommt so schnell nicht mehr heraus – zumindest nicht lebend.
So packt City of God rund zwei Jahrzehnte Brasilianische Gangstergeschichte in zweieinhalb Stunden Film. Dass die Sache dabei nur selten langweilig wirkt, liegt an der spektakulären Schachtelmontage, die mitunter etwas zu sehr an moderne, amerikanische Leinwandepen von der Machart eines Martin Scorsese erinnert. Die Schwächen des Films gehen damit Hand in Hand. Allzu oft fallen kausale Zusammenhänge und Motivationen der Charaktere einem Übermaß an Gewaltdarstellung zum Opfer. Allein dem rasanten Erzählton ist es zu verdanken, dass derartige dramaturgische Mängel nicht allzu evident werden. Was bleibt, ist also ein eindrucksvoll fotografiertes Epos, das eilig von einer Gewalttat zur nächsten hetzt, dabei sämtliche dramaturgische Kniffe bemüht und ganz nebenbei nach stimmungsvoller Vertiefung trachtet. Bloß, dass sich all diese Bestrebungen mitunter ein wenig im Wege stehen. Eindrucksvoll bleibt das Ergebnis allemal.