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Blood Work
Clint Eastwood variiert wieder mal "Dirty Harry": als gealterter Polizist in einem sehr entspannten Krimi, der allerdings wesentlich besser inszeniert als geschrieben ist.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Clint Eastwood ist so etwas wie das letzte Heiligtum Hollywoods: Kein anderer US-Regisseur kann in seinen Arbeiten die familiäre Atmosphäre persönlicher Studioproduktionen, wie sie etwa die letzten Filme von John Ford oder Howard Hawks kennzeichnet, evozieren. Das ist auch der Vorteil seines neuesten Krimis, Blood Work, von der Selbstverständlichkeit, mit der er sein Alter –schließlich ist der Gute doch schon über Siebzig - gleichermaßen ironisch wie unaufdringlich zur Kenntnis nimmt, ganz zu schweigen: Insofern ist es auch ausnehmend hübsch, dass er gleich zu Beginn dieses Films einen Herzinfarkt bei einer Verfolgungsjagd erleidet. Die eigentlich Handlung setzt dann auch erst zwei Jahre später ein: Nach einer Herztransplantation wird Ermittler Eastwood wieder mit dem Killer konfrontiert, der ihm schon vor dem ungewollten Ruhestand zu schaffen machte. Eastwood inszeniert die Ermittlungsarbeit gelassen und einem schönen Filmerlebnis stünde nichts im Weg – wenn das Drehbuch nicht aus der Feder des Patzers Brian Helgeland stammen würde. (Es scheint immer unglaublicher, dass der am cleveren Skript zu "L.A. Confidential " beteiligt war.) So funktioniert Blood Work als Krimi leider gar nicht – jede Wendung ist meilenweit vorhersehbar und auch der Dialogwitz erreicht kaum die gewohnte Eastwood-Ironie. (Klugerweise überlässt der Hauptdarsteller-Regisseur die schlechtesten one-liner dann lieber den sidekicks Paul Rodriguez und Jeff Daniels.) Glücklicherweise ist die Thriller-Komponente hier aber nicht das Wichtigste (auch wenn das Drehbuch ernster genommen wird als bei Eastwoods letzten Arbeiten, wo es nur noch beiläufiger Anlass für eine gute Zeit zu sein schien): Bleibt noch immer souverän getroffene Milieuschilderung und unaufgeregtes Zusammenspiel zwischen den Akteuren, wie es derzeit eben doch nur Eastwood hinbekommt: Alleine seine Szenen mit Ärztin Anjelica Huston sind den Eintritt wert.