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Full frontal
Unbefriedigendes, aber nicht uninteressantes Digitalvideoexperiment von Steven Soderbergh: Wo ist die Grenze zwischen Film und Leben? Gibt es das in Hollywood überhaupt?


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Eine Kritik von Christoph Huber

Zwischen seinen Großproduktionen schiebt Steven Soderbergh immer gern einen Billigfilm ein – sein Anspruch auf Autorenstatus, quasi. Leider ist er technisch wesentlich begabter denn als Denker. Das sieht man auch in diesem Durcheinander, einem Reigen für 6 Personen, gewissermaßen nach adaptierten „Dogma“-Regeln inszeniert und geradezu inflationär in seiner Verwendung von Hollywood-Insider-Gags. Die sind allerdings bei weitem nicht so clever, wie sie sein sollten – und auch die Erzählung von unglücklichen Individuen, die alle gerne auf die Party eines wichtigen Produzenten (David Duchovny) eingeladen werden möchten, ist eher banal. Der überraschend ruhige Teil über die Einsamkeit der Figuren funktioniert jedenfalls wesentlich besser als der komödiantische Aspekt. Im Gegensatz zu Richard Lester, an den Soderbergh hier offensichtlich anknüpfen möchte (insbesondere "Petulia "), überwiegt bei Full Frontal vor allem das Gefühl von Profi-Nabelschau mit naheliegenden Pointen. Insofern überrascht es wenig, dass vor allem auf das „Filmische“ großen Wert gelegt wird: Gegen die körnigen, farblich nachbearbeiteten Bilder der „Realität“ setzt Soderbergh Ausschnitte aus dem fiktiven Projekt Rendezvous und dessen Dreharbeiten (Julia Roberts hinterlässt in beiden Fällen keinen besonders guten Eindruck) und es ist vor allem dieses Ineinaderschieben von Realitätsebenen, die für den Zuseher etwas hergeben, auch wenn sie am Schluss alle in die gleiche Bedeutungslosigkeit verbannt werden. Davor sorgen unter anderem Nicky Katt (als „Ninja-Hitler“ in einem Theaterstück namens „The Sound and the Fuhrer“), Catherine Keener und David Hyde Pierce dafür, dass dieser unausgegorene Mischmasch aus Psychotherapie und Filmwitzen teilweise zu Leben erwacht.