"Spider " (
Ralph Fiennes) wird nach über zwanzig Jahren aus einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher entlassen. Er findet Unterkunft im Haus von Mrs. Wilkinson (
Lynn Redgrave), doch bald wird er von den Erinnerungen an die Vergangenheit überwältigt. Der konventionellste Film des kanadischen Ausnahmeregisseurs
David Cronenberg: Ein nicht sonderlich origineller britischer Psychothriller, der von somnabulem Schauspiel (im Falle von Fiennes lohnt sich das auch), nervenzerrüttend langsamem Tempo und ausgeprägtem Gespür fürs vergammelte Detail lebt. Atmosphärisch dicht und freudianisch überfrachtet: Gelegentlich würde man sich dann doch wünschen, Cronenberg hätte sein Drehbuch von altbekannten Einsprengseln (Rückblenden, in denen die Hauptfigur stumm beobachtend in der Vergangenheit herumsteht; äußerst katholische Mutter/Hure-Ausgangsposition, die immerhin eine schöne Doppelrolle für
Miranda Richardson abwirft; komisch-unheimliche Mietshausatmosphäre und ein Häuflein unpassender Fellini-Nutten im Pub) bereinigt, anstatt sich darauf zu konzentrieren, mittels verkommener Tapeten und bröckeligem Set-Design eine sanft-gruselige Stimmung zu erzeugen, die einen bis zum vorhersehbaren Ende bei der Stange hält.