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Der Mann ohne Vergangenheit
Ein schönes Comeback für Aki Kaurismäki: Ein Schweißer verliert nach einem Überfall sein Gedächtnis und beginnt ein neues Leben. Aufs Essentielle reduzierte Tragikomödie.


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Eine Kritik von Christoph Huber

Teil 2 der mit Wolken ziehen vorüber begonnen Trilogie über Arbeitslosigkeit in Finnland, von Minimalismus-Meister Aki Kaurismäki entsprechend trocken, dabei äußerst unterhaltsam abgewickelt. Nachdem er von einer Bande Hooligans beinahe zu Tode geprügelt wurde und dabei sein Erinnerungsvermögen verloren hat, beginnt der namenlose Protagonist (unaufgeregt: Markku Peltola) ein neues Leben in den Containersiedlungen der Arbeitslosen am Stadtrand von Helsinki. Mit Hilfe der Heilsarmistin Irma (die Einzige: Kati Outinen, subtil bis zur Regungslosigkeit) bringt er nicht nur Musik (herzzerreißenden finnischen Tango und Rockabilly-Recycling) ins Leben seiner Nachbarn, sondern lernt – unter anderem anhand eines absurden Banküberfalls und Sushi im finnischen Speisewagen – die gnadenlos komische Seite der Globalisierungstragik kennen. Kaurismäki inszeniert einen Deut verspielter als sonst: mehr Dialoge, gelegentliche Kamerafahrten (!), berückende 50er-Pastellfarben, liebevolle B-Kino-Hommagen und verhaltener Optimismus. Der schönste Wettbewerbsfilm der 55. Festspiele von Cannes, auch wenn er sich mit dem „Großen Preis der Jury“ begnügen musste, was Kaurismäki – ganz im Sinn seines Understatement-Humors - zu einer der würdigsten Annahmesprachen der Geschichte des Kinos nutzte: „Zuerst einmal danke ich mir selbst – und dann der Jury.“