Nach den Memoiren des polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilmann: eine Chronik seines Überlebens während des zweiten Weltkriegs. Durch Glück dem Abtransport ins KZ entkommen, wird er, von verschiedenen Helfern versteckt, passiver Zeuge der Gräuel in Polen während der Kriegsjahre: die eskalierenden Ausschreitungen gegen Juden, der Aufstand im Warschauer Ghetto, schließlich die Befreiung, die er nur dank der Hilfe eines deutschen Offiziers (
Thomas Kretschmann) erlebt.
Roman Polanski, selbst mit knapper Not dem Holocaust entronnen, macht aus diesem Stoff ein enttäuschend unpersönliches, immerhin mit gebotener Distanz gefilmtes Respektabilitätsopus: Historische Akkuratesse und unterkühlte Großproduktionsästhetik geben den Ton ab. Der Emotionsheischerei, mit der man dem Holocaust seit
"Schindlers Liste " gern kassenträchtig zu Leibe rückt, entgeht
"Der Pianist " damit, dramatische Wucht oder wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema bleiben allerdings ebenfalls auf der Strecke, während gelegentliches Abgleiten in Nazi-Karikaturen (trotz versuchter Ausgewogenheit) und akademische Belehrung nicht immer vermieden werden. Nicht ganz so schlimm, wie zu befürchten war, ist
"der Pianist " damit die erstaunlich standpunkttreue Umsetzung der Erlebnisse einer durch und durch passiven Figur, von
Adrien Brody erntsprechend leblos verkörpert.