3000 vor Christus, noch vor den Ereignissen in
"Die Mumie kehrt zurück ": Memnon (
Steven Brand), der derzeitige Skorpionkönig, ist der Schrecken der Menschheit und hat viele Völker ausgerottet. Mit seinen Heerscharen und der weisen Seherin Cassandra (
Kelly Hu) an seiner Seite ist er praktisch unbesiegbar. Auch von den Arkadiern glaubt man, dass sie alle tot sind - Das ist nicht ganz richtig: Mathayus (
Dwayne Johnson alias
The Rock), einer der letzten seines Volkes, wird wegen seiner Kriegskünste von den wenigen noch freien Stämmen angeheuert. Er soll die Seherin umbringen. Das klappt aber nicht: Das Unternehmen wird verraten, und seine Gefährten kommen bei dem Mordversuch ums Leben. Als Mathayus schließlich Cassandra gegenübersteht, kann er sie nicht umbringen. Also beschließt er, sie stattdessen zu entführen und gegen Memnon einzusetzen; aber dazu braucht er neue Verbündete...
Der Skorpionkönig war also früher einer von den Guten? - Aha! Und wieder ein Mysterium der Geschichte geklärt...
Was kann man sich von einem einem Streifen, der gerade mal fünf Sekunden braucht, bevor dem ersten ein Wurfstern in der Stirn steckt, denn erwarten?
"The Scorpion King" versucht, schnell, laut, kampfreich und etwas lustig zu sein. Dabei werden auch die leicht bekleideten Frauen nicht vergessen: Einige Playmates wurden anscheinend in Haremskostüme oder ähnliches gesteckt, es gibt Amazonen, und
Kelly Hu, US-Fernsehseriendarstellerin, führt den Mikrobikini schon im Jahr 3000 vor Christus ein. Extra für den Film wurden auch noch Armbrust und Katapult vor ihrer Zeit erfunden: Der Albtraum für jeden Geschichtswissenschaftler ist dieser Film!
The Rock selbst macht seinem Namen alle Ehre: Er bewegt sich ungefähr so, wie Kinder ihre Actionfiguren an der Hand führen. Sein Widersacher, Memnon, wird auch von keinem Star gespielt;
Steven Brand - so heißt der gute Mann - sieht aber wenigstens aus wie
Russell Crowe und
Peter Maffay in einem - wobei letzterer sicher nicht in den Köpfen der Produzenten herum spukte. Der einzige aus anderen Blockbustern bekannte Mensch ist ausgerechnet
Grant Heslov (u.a. das arabische Technikgenie Faisil aus
"True Lies", das damals von
Arnold Schwarzenegger und
Tom Arnold als Assistent missbraucht wurde), der wieder mal den unbedeutenden Sidekick spielt und mit der Gage hoffentlich seine Karriere als talentierter Kurzfilmregisseur vorantreibt. Es soll übrigens auch vermerkt sein, dass
Ralf Moeller mit von der Partie ist; eine große Rolle ist das aber nicht.
Wodurch zeichnet der Film dann aus? Durch nichts. Die Actionszenen sind peinlich, die Handlung nur ein Vorwand, und die Schauspieler waren aus gutem Grund bisher nicht in großen Produktionen zu sehen. Man würde sich ja bei einem ordentlichen Actionadventure erhoffen, dass ein wenig Blut fließt, aber das einzige Rot, das weit und breit zu sehen ist, kommt von einem Kratzer und veranlasst ein halblustiges "Aua!" vom Helden. - Und die Altersfreigabe bleibt so niedrig wie möglich. Auch der zünftige Soundtrack, der teuer zusammengekauft wurde, flüstert nur im Hintergrund dahin.
Das große Aber ist folgendes: Der Film ist so schlecht, dass er wieder lustig ist - Wer beobachtet, wenn
The Rock den Pfeil, der ihm gerade in die Schulter gefahren ist, schmerzverzerrt und in Zeitlupe herauszieht und gleich darauf wieder in den eigenen Bogen einspannt, wird sich kaum noch auf dem Sessel halten können.